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Media Service: Machtkampf bei Implenia sorgt für Kritik

Zürich (ots) - Das Gerangel zwischen dem letzte Woche per sofort zurückgetretenen Präsidenten Hubert Achermann und Konzernchef Anton Affentranger beim grössten Schweizer Baukonzern Implenia hat dem Unternehmen im Urteil von Experten ein längerfristiges Problem eingebrockt. Der gute Ruf des Konzerns sei beschädigt. «Implenia hat ein Reputationsproblem, weil die Gesellschaft ein Corporate-Governance-Problem hat», sagt Wirtschaftsrechtler Peter V. Kunz von der Universität Bern. «Bei Implenia herrscht offenbar verkehrte Welt», bestätigt ein Anwalt einer grossen Zürcher Wirtschaftskanzlei. «Das Unternehmen beschäftigt einen Konzernchef, der einem offensichtlich schwachen Verwaltungsrat auf der Nase herumtanzt», fügt er hinzu. «Das geht gar nicht.»

Tatsächlich ist es so, dass Geschäftsleitungsmitglieder ausschliesslich vom Verwaltungsrat bestimmt - und in die Wüste geschickt werden. «Dass der Verwaltungsrat Affentranger abberufen wollte, ist völlig legal», fasst Kunz zusammen. Doch Affentranger hat sich mithilfe von Grossaktionär Max Rössler letzte Woche nicht nur gegen seine Entlassung gewehrt, sondern mit Ex-CS-Mann Hans-Ulrich Meister obendrein noch einen Nachfolger für das VR-Präsidium vorgeschlagen. Damit hat er gemäss Recherchen der «Handelszeitung» ein weiteres Tabu gebrochen: «Offensichtlich ist bei Implenia der starke Mann der Konzernchef, was bei einer Publikumsgesellschaft nicht der Fall sein sollte», sagt Kunz. «Dass sich der Chef seine Überwacher aussucht, ist aktien- und börsenrechtlich so nicht vorgesehen.»

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