Handelszeitung

Media Service: Schweizer wollen das Bankgeheimnis im Inland behalten

Zürich (ots) - Das Bankgeheimnis gilt als unzeitgemäss und schädlich fürs Image der Schweiz. Doch in der Bevölkerung geniesst es Rückhalt. Darauf deutet eine Umfrage der «Handelszeitung» hin. Zwei Drittel (66%) der Leser wollen das Bankgeheimnis in seiner jetzigen Form beibehalten, wie eine Online-Befragung auf dem Portal handelszeitung.ch ergab. Nur ein Viertel (25%) der Leser hält das Bankgeheimnis für überflüssig.

Die Umfrage wurde zwischen dem 25. Juni und dem 17. Juli unter 435 Lesern durchgeführt. Bloss jeder fünfte Befragte (19%) will den automatischen Informationsaustausch von Bankkundendaten, den die Schweiz ab 2018 mit dem Ausland praktiziert, auch innerhalb der Schweiz einführen. Zwei Drittel (65%) befürworten das gegenwärtige System, wonach Steuerbehörden nur bei Verdacht auf schwere Hinterziehung oder Steuerbetrug eine Einsicht in Bankdaten erhalten.

Das Bankgeheimnis für Inländer steht mit der Matter-Initiative zur Disposition. Das Vorhaben, über das voraussichtlich Ende 2016 oder Anfang 2017 abgestimmt wird, will die finanzielle «Privatsphäre» schützen und das Bankgeheimnis zementieren. Gegen ein striktes Bankgeheimnis hatten sich zuletzt Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz oder UBS-Vermögensverwaltungschef Jürg Zeltner ausgesprochen. 54 Prozent der Schweizer Banken erwarten den automatischen Informationsaustausch gemäss einer Umfrage der Beratungsfirma EY vom Januar mittelfristig auch im Inland.

Unbekannt sind die Summen an Schwarzgeld, die zurzeit noch bei Schweizer Banken lagern. Möglicherweise handelt es sich um grosse Beträge. Über die Hälfte der Leser, die gegenüber der «Handelszeitung» eine Schätzung abgaben, halten einen Gesamtbetrag von 50 Milliarden Franken und mehr für realistisch. Ein Viertel der Befragten, die eine Meinung geäussert haben, geht sogar davon aus, dass Inländer undeklarierte Gelder von 200 Milliarden Franken und mehr bei Banken geparkt haben.

Diese Zahl entspricht über 10 Prozent des gesamten steuerbaren Vermögens. Grund für die hohen Schätzungen ist die Steuermoral: Zwei Drittel (68%) der Leser halte es für wahrscheinlich, dass ein Teil der Bevölkerung den Fiskus hintergeht. Nur 29 Prozent der Leser glauben, dass praktisch alles Einkommen und Vermögen versteuert wird. Fast die Hälfte (42%) der Antwortenden halten dies für in Ordnung, sofern man es nicht übertreibt.

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