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Media Service: SIX-Chef Rüegsegger: «Acht Unternehmen wollen an die Börse»

Zürich (ots) - Für SIX-Chef Urs Rüegsegger ist die Pipeline für neue Börsengänge gut gefüllt, wie er im Interview mit der «Handelszeitung» sagt: «Wir wissen von sieben bis acht Unternehmen.» Es sei aber noch nicht klar, wann die Firmen den Gang an die Börse wagen. Auch rüstet die SIX technologisch auf. «Wir bauen eine elektronische Plattform für Anleihen auf und erschliessen uns damit ein neues Unternehmensfeld», erklärt Rüegsegger. Zudem finden bei SIX Versuche mit einer neuer Technologie statt, mit der die Verarbeitungsgeschwindigkeit der Handelsplattform erhöht werden soll. «Zusammen mit einem Spin-off der ETH prüfen wir die technischen Möglichkeiten, eine neue Generation von Chips zu nutzen», sagt der SIX-Chef. Das Projekt trägt den Namen Swisstradingbox und wird von ETH-Professor und Buchautor Anton Gunzinger mitgetragen.

Nicht nur technologisch ist SIX-Chef Rüegsegger beschäftigt, auch personell: Innert weniger Wochen haben der Börsen- und der Zahlungschef beim Finanzdienstleister SIX das Handtuch geworfen. Für Rüegsegger waren die beiden Abgänge «überraschend und unvorhergesehen». «Im Fall von Börsenchef Christian Katz hatte man unterschiedliche strategische Vorstellungen. Bei Niklaus Santschi gilt dieses Argument in keinster Art und Weise», erklärt Rüegsegger. Ex-Zahlungschef-Chef Santschi wollte offenbar wieder zurück in ein «überschaubareres, marktnäheres Umfeld». Für Swiss-Exchange-Chef Christian Katz dagegen deckte sich die Strategie der SIX nicht mehr mit seinen eigenen unternehmerischen Wunschvorstellungen, sagt Rüegsegger. Denn die hohen Gewinne der Börse würden von den Banken, die Eigner und gleichzeitig auch Kunden der SIX sind, nicht nur bejubelt. «Statt hoher SIX-Dividenden wollen unsere Eigner lieber wettbewerbsfähigere Preise», sagt der SIX-Chef.

Die Aktionärskunden sind auch bei einem weiteren Projekt der SIX involviert: Derzeit arbeite man daran, so Rüegsegger, die Software der Bancomaten in der Schweiz zu harmonisieren. «Es gibt heute 23 verschiedene Softwaresysteme. Das macht keinen Sinn», sagt der SIX-Chef. Darüber hinaus diskutiert der Zahlungsdienstleister mit den Banken, ob sie ihre Bancomaten überhaupt noch selber betreiben wollen oder ob SIX dies künftig übernehmen soll.

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