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Media Service: Whistleblower Elmer will Prozess verschieben

Zürich (ots) - Rudolf Elmer, der sich nächsten Mittwoch wegen mehrfacher Bankgeheimnisverletzung vor Gericht verantworten muss, will seinen Prozess verschieben. Dies berichtet die "Handelszeitung". Elmer drohen dreieinhalb Jahre Gefängnis und ein ewiges Berufsverbot.

Elmer, der am Anfang vom Niedergang des Schweizer Offshore-Bankings steht, ist in stationärer Behandlung aufgrund psychischer Probleme, berichtet eine Quelle. Am Bezirksgericht Zürich heisst es nur, man werde am Freitag informieren. Zunächst meinte der Richter gegenüber Elmer, er habe genügend Zeit für die Vorbereitung seines Prozesses gehabt. Zudem würden fast alle Dokumente von ihm selbst stammen und sollten ihm somit bekannt sein.

Elmer wollte keine Stellung nehmen. Die Vorwürfe gegen den von der Enthüllungsplattform Wikileaks und ausländischen Medien als Whistleblower geachteten Elmer gehen auf die Zeit von 1994 bis 2002 beim Cayman-Ableger der Privatbank Julius Bär zurück. Auf der Karibikinsel war Elmer Bär-Vizechef und unter anderem "Hurricane-Verantwortlicher". Damit hatte er einen speziellen Laptop, mit dem er Bär-Kundendaten bei Unwettern in Sicherheit brachte.

In seiner Anklageschrift hält der Staatsanwalt fest, dass es dem 59-jährigen Elmer gelungen sei, einen "Hurricane Laptop mit Daten" zu behalten, den er "heute noch in seinem Besitz" habe. Den Datenschatz habe Elmer ab Ende 2007 Wikileaks zur Verfügung gestellt, worauf viele vermögende Kunden als Steuerhinterzieher an den Pranger gekommen seien. Elmer habe es mit der Publikation der geheimen Daten auf die "Zerstörung" des alten Bankgeheimnis abgesehen gehabt. Seiner Ex-Arbeitgeberin und deren Kunden habe Elmer damit "maximalen Schaden" zufügen wollen.

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77.



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