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Media Service: Der Wohnungsmarkt ist besser als sein Ruf

Zürich (ots) - Als Alternative zur offiziellen Leerwohnungsziffer lanciert der Schweizerische Verband der Immobilienwirtschaft (Svit) ein neues Reporting. Es zeigt, dass die Wohnungsknappheit nicht so prekär ist, wie oft behauptet wird. Gemäss dem neuen Online-Wohnungsindex OWI waren zwischen 1. April und 30. September in den grossen Städten wie Zürich, Basel oder Genf rund 34'000 Mietwohnungen öffentlich ausgeschrieben, berichtet die "Handelszeitung". Allein in Zürich waren es rund 7'900 Wohnungen. Rund zwei Drittel davon kosteten nicht mehr als 2'500 Franken. Pro Tag sind in Zürich 1'300 Mietwohnungen auf dem Markt zur Miete inseriert, je nach Saison manchmal sogar 1'500. Die offizielle Leerwohnungsziffer ist hingegen mit tiefen 0,2 Prozent angegeben. Wohnungen, die ohne Ausschreibung direkt an einen Nachmieter gehen oder unter der Hand vergeben werden, konnten bis jetzt nicht richtig erfasst werden. «Mit den neuen Daten sind sehr viel detailliertere Aussagen möglich, ob und inwiefern tatsächlich eine Wohnungsknappheit gegeben ist», sagt Svit-Direktor Tayfun Celiker. Das Swiss Real Estate Institut an der Hochschule für Wirtschaft Zürich HWZ wird die neue Erhebung im Auftrag des Svit regelmässig durchführen.

In den Grossstädten Zürich, Basel, Genf, Lausanne und Bern sind Wohnungen durchschnittlich nur 13 bis 17 Tage ausgeschrieben, bis sie weg sind. In St. Gallen und Lugano mussten die Vermieter hingegen zwischen 33 und 37 Tage lang inserieren, bis sie einen neuen Mieter finden konnten. Am Markt vorbei zielen teure Wohnungen ab 3'500 Franken - sie müssen oft sieben Wochen oder noch länger ausgeschrieben werden. Die Autoren der Studien halten es für falsch, «pauschal von einer Wohnungsnot zu sprechen». Eine echte Unterversorgung ist nur in ganz bestimmten Segmenten ausgewiesen. So haben zum Beispiel finanzschwache Haushalte - meist allein stehende Rentner - auf dem freien Wohnungsmarkt schlechte Karten, weil sie nicht mehr als 1'000 Franken für die Miete aufwenden können. Selbst in städtischen Randquartieren sind solch günstige Wohnungen rar und wenige Tage nach der Ausschreibung weg.

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