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Media Service: «Jeder soll Nein sagen können» - Götz Werner, Gründer der Drogeriemarktkette dm, kämpft für ein bedingungsloses Grundeinkommen

Zürich (ots) - Götz Werner, Gründer und Aufsichtsrat der deutschen Drogeriemarktkette dm, unterstützt die Schweizer Bewegung für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Der Staat solle jedem Bürger bedingungslos ein Einkommen zahlen, das ein «menschenwürdiges Dasein» ermögliche, sagt Götz im Interview mit der «Handelszeitung». In Diskussion ist ein Einkommen von 2500 Franken pro Monat. Eine entsprechende Volksinitiative ist im letzten Herbst zustande gekommen. «Ich bin in den Jahren als Unternehmer zur Einsicht gelangt, dass - wenn die Menschen frei sein sollen - sie ein Einkommen benötigen, das an keinerlei Bedingungen geknüpft ist», sagt Götz Werner. Das bedingungslose Grundeinkommen sei nichts anderes als die Realisierung der verfassungsrechtlichen Freiheit, beispielsweise auch Nein zu sagen zu einer Arbeit, die einem nicht entspricht. Dass dann viele gar nicht mehr arbeiten würden, glaubt er nicht. Der Mensch sei «ein Tätigkeitswesen», er wolle «etwas Sinnvolles machen». Wer in seiner Arbeit einen Sinn sehe, sei besser motiviert und arbeite produktiver. Das funktioniere auch im Discount, wie sein Unternehmen zeige. «Wir sind überall Produktivitätsführer, also muss es offenbar so sein.» Die deutsche Drogeriemarktkette dm ist bereits in zwölf europäischen Ländern mit 2900 Filialen präsent und macht einen Umsatz von 7,69 Milliarden Euro. Eine Expansion in die Schweiz ist nicht geplant.

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