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Media Service: Energieabkommen: «Win-win-Situation für die Schweiz und die EU»

Zürich (ots) - Für Günter H. Oettinger, den EU-Energiekommissar, sorgt ein bilaterales Stromabkommen zwischen der EU und der Schweiz für eine Win-win-Situation. Profitieren würden beide Vertragspartner. Oettinger im «Handelszeitung»-Interview zu den nunmehr sechsjährigen Verhandlungen zwischen Bern und Brüssel: «Allein die geostrategische Lage der Schweiz ist ein Argument, dass die Schweiz als guter Partner innerhalb des EU-Energiebinnenmarkts gestärkt werden kann.» Zudem verlange der Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie nach mehr volatil verfügbarem Strom aus erneuerbaren Energien. Oettinger: «Das setzt mehr Speicherpotenziale voraus, etwa Pumpspeicherwerke in den Alpenländern Schweiz und Österreich.» Mit grenzüberschreitenden Exporten und Importen könne das europäische Stromnetz stabilisiert werden. Der Entscheid, die Menge des Grundlaststroms aus Kernenergie zu verringern, bringe die Schweiz stärker in eine europäische Partnerschaft ein, als dies bisher notwendig gewesen sei.

Der EU-Energiekommissar rät der Schweiz, «das Stromabkommen unter Wahrung ihrer Interessen zum Abschluss zu bringen». Ein Vertrag sei zudem wichtig in Zusammenhang mit der Planung der grenzüberschreitenden, paneuropäischen Stromnetze. Wie weit das Stromabkommen gediehen ist, wird sich Anfang 2014 bei einem weiteren Treffen zwischen Oettinger und Bundesrätin Doris Leuthard weisen.

Suzanne Thoma, die Chefin des Energiedienstleisters BKW, schaut den kommenden Verhandlungsrunden gespannt entgegen. Sie erwartet «für die Schweizer Anbieter gleich lange Spiesse wie die europäischen Mitbewerber und den Zugang zum europäischen Markt». Weniger von Bedeutung ist für die BKW-Chefin der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Thoma: «Ein gutes Abkommen ist besser als ein schnelles Abkommen.»

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