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Media Service: Bundesrat holt Glencore an Bord

Zürich (ots) - Aussenminister Didier Burkhalter überzeugt den Rohstoffkonzern, einer Initiative gegen Menschenrechtsverletzungen beizutreten.

Glencore-Chef Ivan Glasenberg reiste Ende Juni nach Bern, um Aussenminister Didier Burkhalter zu treffen. Ein Anlass des Treffens war, den Rohstoffkonzern in Sachen Menschenrechte und Transparenzregeln an die Leine zu nehmen. Die Argumente des Bundesrates fanden bei Glasenberg offenbar Gehör.

«Im Juli hat Glencore Xstrata eine Absichtserklärung der Multi-Stakeholder-Initiative 'Voluntary Principles on Security and Human Rights' unterzeichnet», bestätigt das Aussendepartement Recherchen der «Handelszeitung». Der Rohstoffkonzern werde nun einen Aktionsplan ausarbeiten und danach ein Beitrittsgesuch zur Initiative stellen. Die Absichtserklärung von Glencore Xstrata ist für den Aussenminister ein Achtungserfolg. Seit März präsidiert die Schweiz den Steuerungsausschuss der Menschensrechtsinitiative. Die Initiative hat zum Ziel, Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte, Militär und Polizei im Rohstoffsektor zu verhindern. Ihr gehören 21 Öl-, Gas- und Bergbauunternehmen, zwölf Nichtregierungsorganisationen sowie acht Regierungen an.

Lorenz Kummer von Swissaid wertet die Absichtserklärung von Glencore Xstrata als positiv. Im Umfeld von Minen des Konzerns sei die Sicherheitslage oft prekär. «Nun muss sich aber auch konkret das Verhalten von Glencore Xstrata ändern», fordert Kummer. Um dies zu gewährleisten, seien verbindliche gesetzliche Vorschriften viel besser als freiwillige Vereinbarungen. Zumal die «Voluntary Principles»-Initiative keine Sanktionsmöglichkeiten biete. Glencore selbst will offiziell keine Stellung nehmen. Aus dem Umfeld des Konzerns heisst es jedoch, dass die Absichtserklärung im Zusammenhang stehe mit ihrer neuen Nachhaltigkeits- und Corporate-Governance-Strategie.

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