Handelszeitung

Media Service: Alpiq: Stromkonzern streitet mit Grossaktionär EDF um 300 Millionen Euro

Zürich (ots) - Zwischen dem Schweizer Energieversorger Alpiq und dem französischen Stromriesen EDF herrscht Höchstspannung. Wie Recherchen der «Handelszeitung» zeigen, streiten die beiden Unternehmen vor Gericht um eine Summe von 300 Millionen Euro. Das Schiedsverfahren läuft seit einem Jahr. Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein gegenseitiger Stromliefervertrag, der noch rund fünfzehn Jahre läuft. Er wurde zwischen der Alpiq-Vorgängergesellschaft EOS und EDF vereinbart. Er sieht vor, dass Alpiq jährlich eine gewisse Menge Spitzenenergie aus einem Walliser Pumpspeicherwerk nach Frankreich liefert. Im Gegenzug liefern die Franzosen, die auch Grossaktionäre von Alpiq sind, so genannte Bandenergie zur Deckung des Grundbedarfs in die Schweiz. Der Vertrag stammt aus der Zeit vor der Energiewende. Mit dem Zubau neuer erneuerbarer Energie hat sich die Preisspanne zwischen Grundlast- und Spitzenenergie stark verringert. Mit der Konsequenz, dass sich die Vertragskonditionen «massiv zuungunsten von EDF» entwickelt haben, wie ein Insider erklärt. «Der Gegenwert der Lieferung ist zu tief. Die Franzosen erhalten zu wenig für ihren Strom.» Er spricht von einer Lücke von 50 bis 60 Millionen Euro jährlich, bei den gegenwärtigen Marktkonditionen. Für die Restlaufzeit des Vertrags bis 2027/2028 fordert EDF deshalb Nachbesserungen in der Höhe von 300 Millionen Euro. Weder Alpiq noch EDF wollten zum Schiedsverfahren Stellung nehmen. Die Parteien hätten sich zu strikter Vertraulichkeit verpflichtet. Alpiq sagt einzig, dass man die Klage für «rechtlich unbegründet» halte. «Externe Rechtsgutachten würden die Position stützen.»

Kontakt:

Mehr Information erhalten Sie unter der Nummer 043 444 5 777.



Weitere Meldungen: Handelszeitung

Das könnte Sie auch interessieren: