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Media Service: Lukrative Nothilfe für Deutschland: Schweizer Stromkonzerne verdienen am Energiewende-Chaos

Zürich (ots) - Der rasante Zubau von erneuerbarer Energie überfordert die Stromnetze in Deutschland und Italien zusehends. Schweizer Kraftwerke müssen deshalb vermehrt zur Netzstabilität im Ausland beitragen: «Anzahl und Menge der Nothilfen haben in den letzten drei Jahren deutlich zugenommen», sagt Martin Geidl, Leiter Systembetrieb bei der Netzgesellschaft Swissgrid. Haben ausländische Netzbetreiber die Swissgrid im Jahr 2010 sechs Mal um Hilfe gebeten, gab es alleine in diesem Jahr bislang 19 Abrufe. Auch die nachgefragte Strommenge hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verfünffacht. «Die Nothilfe ist für Schweizer Kraftwerksbetreiber mittlerweile ein Geschäft», sagt Geidl. Entweder, indem die Firmen Überkapazitäten aus der Wind- und Solarproduktion in ihre Speicherwerke pumpen oder ausländische Angebotslücken mit eigenem Strom schliessen. Gemäss Schätzungen dürften die Stromkonzerne alleine in diesem Jahr bislang zwischen etwa fünf und zehn Millionen Franken mit Nothilfe umgesetzt haben. Der Stromkonzern Alpiq bestätigt, dass die grenzüberschreitende Nothilfe effektiv zugenommen habe und man am «internationalen Energieausgleich» auf mehrere Arten partizipiere. Auch Axpo bietet gegenüber Swissgrid entsprechende Dienste an. Über die Höhe der Erlöse schweigen sich die Stromkonzerne aus.

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