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Media Service: Im Dunstkreis des Diktators: Aebi Schmidt plant Produktion in Weissrussland

Zürich (ots) - Der Kommunalmaschinenhersteller Aebi Schmidt mit Sitz in Frauenfeld will in Osteuropa expandieren. Das Unternehmen will dabei eine neue Fabrik im Osten aufbauen. In der engeren Auswahl steht Weissrussland, wie Recherchen der «Handelszeitung» ergeben. Firmenchef Walter Vogel bestätigt: «Wir schauen uns derzeit verschiedene Länder in Osteuropa an, um dort allenfalls eine Produktion aufzubauen.» Der Prozess sei in einem sehr frühen Stadium, es würden noch keine konkreten Verhandlungen laufen. «Weissrussland ist wegen der Zollunion mit Russland und Kasachstan ein interessanter Standort.» Daneben kämen auch Russland und Kasachstan in Frage, sagt Vogel weiter. Bereits konkret geprüft wird eine Zusammenarbeit mit dem Staatsunternehmen Belkommunmash. «Obwohl die Aktivitäten von Belkommunmash im Kommunalsektor marginal sind, ist eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen eine von mehreren in Prüfung befindlichen Optionen», bestätigt Vogel.

Eine Partnerschaft ist insofern naheliegend, als Belkommunmash bereits mit Stadler Rail beim Bau von Zügen zusammenarbeitet. Inhaber Peter Spuhler gehören auch fast 60 Prozent an Aebi Schmidt. Weissrusslands Präsident Alexander Lukaschenko, der sein Land mit despotischer Härte regiert, ist ein Bewunderer Spuhlers. Der Diktator freut sich bereits auf die Zusammenarbeit «mit einem weiteren Schweizer Hersteller». «Ich habe Spuhler gefragt, was er denn plane. Und er sagte mir: <Wir bringen euch einen guten Investor, um Kommunalfahrzeuge zu bauen. Die sind weltweit gefragt>», zitiert die «Minsk Times» Lukaschenko.

Aebi Schmidt beschäftigt rund 1300 Personen und setzte vergangenes Jahr gut 360 Millionen Franken um. Der Schweizer Teil der Holding mit der Produktionsstätte im bernischen Burgdorf arbeitete letztes Jahr zumindest zeitweise mit roten Zahlen. Firmenchef Vogel spricht von einer «weiterhin schwierigen» Situation. «Wir arbeiten intensiv an der Verbesserung der Profitabilität.» Die rund 200 Angestellten müssten sich aber keine Sorgen um ihre Jobs machen. «Auf absehbare Zeit sind die Stellen in Burgdorf nicht gefährdet.»

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