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Media Service: Financier Tito Tettamanti: «Ohne Christoph Blocher wären wir schon längst finanziell erledigt»

Zürich (ots) - Tito Tettamanti spricht im Interview mit der «Handelszeitung» über Abzocker, Christoph Blocher, Sozialdemokratie und Liberalismus. Der Unternehmer und Financier zeigt Verständnis für die Minder-Initiative. «Man hat sich in vielen Verwaltungsratsgremien dumm verhalten», sagt er. Daniel Vasella sei mitverantwortlich, aber die Hauptschuld trage der Verwaltungsrat von Novartis. «Echte Leistungen zu belohnen, ist gerechtfertigt. Aber gewisse Managerlöhne sind verrückt, die kann man den Leuten nicht mehr erklären», begründet Tettamanti. Die Stärkung der Aktionärsrechte habe er schon in den 1980er-Jahren, zum Beispiel im Fall Sulzer, gefordert. «Damals wurde ich als Finanzhai bezeichnet», erinnert er sich, «so ändern sich die Zeiten.»

Als problematisch findet der Liberale Tettamanti die zunehmende Überregulierung: «Der Staat darf nicht immer noch mehr regulieren, das ist gefährlich.» Als Beispiel nennt er die «Lex Leuenberger». Obwohl ihm Moritz Leuenberger «nie besonders sympathisch» war, verteidigt er seinen Wechsel vom Bundesrat in den Verwaltungsrat des Baukonzerns Implenia: «Er war ein anständiger Mensch und er wird nicht dadurch unanständig, dass er in die Privatwirtschaft wechselt.» In Europa sei der Kampf entschieden, der Staat dominiere immer mehr Bereiche: «Die Sozialdemokratie hat gewonnen, die Liberalen haben verloren.» Der Staat versorge die Menschen von der Wiege bis zur Bahre und zerstöre damit die Selbstverantwortung. «Wir dürfen uns keine Illusionen machen. Europa kann zwar noch lange von seinem Reichtum leben, aber mit solchen Einstellungen wird es wieder arm werden», warnt er.

Bei seinem wichtigsten Medien-Engagement, der «Basler Zeitung» ist Tettamanti zuversichtlich. Die Lage habe sich «stabilisiert». Dabei müsse er auch Christoph Blocher danken. Ohne seine Beiträge an die Sanierung und den Kauf der Immobilien «wären wir schon längst finanziell erledigt».

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