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Media Service: Kohäsionsmilliarde für Osteuropa: KMU-Wirtschaft klagt über fehlende Aufträge aus Projekten

Zürich (ots) - Schweizer Betriebe profitieren kaum von der Milliardenhilfe des Bundes zugunsten der neuen EU-Länder. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage von Swissmechanic, die der «Handelszeitung» exklusiv vorliegt. Der Verband mittelständischer Industriebetriebe hat ermittelt, dass die vom Bund finanzierten Vorhaben in der EU nur für 2 Prozent der 176 befragten Firmen als Türöffner in Osteuropa gedient hätten. 12 Prozent der Unternehmen sprachen sogar von negativen Erfahrungen in Zusammenhang mit dem Erweiterungsbeitrag. «Unsere Mitgliedsfirmen haben praktisch keine Aufträge aus den Hilfsprojekten erhalten», sagt Oliver Müller, Direktor von Swissmechanic. Das zeige, dass es dem Bund nicht gelungen sei, kleinere Firmen in seine Projekte einzubinden.

Kritik kommt auch von Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Gewerbeverbands. Zwar fehlten derzeit noch verlässliche Zahlen. Trotzdem sei davon auszugehen, dass Aufträge aus den EU-Hilfsprojekten vor allem an Grosskonzerne gingen. «Man hat es beim Bund verpasst, kleinere Betriebe zu berücksichtigen.» Hugo Bruggmann vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) betont, auch kleinere Betriebe würden als Zulieferer von Aufträgen profitieren, die an Grosskonzerne gingen. Laut Seco werden aufgrund der bisherigen Aufträge 72 Millionen Franken zurück in die Schweiz überwiesen. Positiv äussert sich Economiesuisse: «Insgesamt erhalten wir positive Signale zum Engagement des Bunds in den neuen EU-Ländern», sagt Geschäftsleitungsmitglied Jan Atteslander. Es sei zum heutigen Zeitpunkt schwierig zu identifizieren, wie viele Aufträge Schweizer Firmen aufgrund des Erweiterungsbeitrags erhalten haben.

Die Kritik der KMU kommt in einer Phase, in der die EU auf eine weitere Milliardenzahlung aus der Schweiz drängt. Der Bundesrat lehnt eine neue EU-Hilfe nicht kategorisch ab. Er macht diese aber davon abhängig, wie weit die EU der Schweiz in den laufenden Verhandlungen entgegenkommt - und ob sich die EU-Milliardenhilfe als lohnenswert erweist.

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