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Media Service: Oberster Bankier Margelisch: «Kann zweiten Fall UBS nicht ausschliessen»

Zürich (ots) - Claude-Alain Margelisch nimmt das Nein der deutschen Politik zum Steuerabkommen mit Bedauern zur Kenntnis. «Besonders weil wir nach wie vor der Auffassung sind, dass Deutschland mit dem ausgehandelten Vertrag ein faires und optimales Angebot erhalten hat.»

Einen Strategiewechsel will der Geschäftsführer der Schweizerischen Bankiervereinigung dennoch nicht vollziehen - im Gegenteil: «Wir halten an der Weissgeldstrategie fest.» Und weiter: «Es wird keine Nachverhandlungen mit Deutschland geben. Wenn Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen unversteuerte Vermögen deutscher Staatsbürger auf Schweizer Bankkonti vermuten, müssen sie wie bisher den Weg der Amtshilfe beschreiten», stellt Margelisch im Interview mit «Handelszeitung Online» unmissverständlich klar.

In diesem Zusammenhang sieht der oberste Schweizer Bankier der möglichen Zunahme von CD-Käufen aus Deutschland gelassen entgegen. «Die Drohkulisse hinter den Datenkäufen in Deutschland - sprich, die darauf folgenden Selbstanzeigen - flacht zusehends ab.» Zudem zweifelt Margelisch an der Qualität der bereits gestohlenen Bank-Daten. «Am Anfang erstatteten viele deutsche Kunden Selbstanzeige aufgrund der Daten-CDs, ohne die Qualität der Daten anzuzweifeln. Uns fehlen immer noch die stichhaltigen Beweise, welche erhärten, dass den deutschen Steuerbehörden neues und heikles Datenmaterial in die Hände gefallen wäre».

Darüber hinaus erteilt der Geschäftsführer der Bankiervereinigung dem automatischen Informationsaustausch nach wie vor eine Absage. «Ich möchte daran erinnern, dass die Europäische Union vor zwölf Jahren in Portugal entschieden hat, den automatischen Informationsaustausch als europäischen Standard drei Jahre später einzuführen. Dies wurde bis heute nicht umgesetzt.»

Margelisch verneint auch, dass sich die Schweiz als EWR-Mitglied heute in einer besseren Verhandlungsposition befinden würde. «Ich glaube nicht, dass sich viel ändern würde».

Die Verhandlungen mit den USA ziehen sich laut Margelisch derweil in die Länge. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bis Ende Jahr reicht». Zwar glaubt Margelisch nach wie vor an eine endgültige Lösung. Einen zweiten Fall UBS mit Lieferung von Tausenden an Kundendaten lässt sich laut Margelisch «gänzlich nie ausschliessen».

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