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Media Service: Umstrittene Privatisierungen in Griechenland: Schweizer Grossbanken suchen Käufer für eine Raffinerie, einen Stromproduzenten und die Lotto-Lizenz

Zürich (ots) - Die Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank fordert von Griechenland rasche Fortschritte bei der Privatisierung von Staatsbesitz. Dabei setzt der griechische Privatisierungsfonds auf die Hilfe von ausländischen Finanzberatern, laut Recherchen der «Handelszeitung» gehören dazu auch die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse. Die Berater erhalten eine erfolgsabhängige Prämie, wenn ein Betrieb abgestossen wird. Die Prämie beläuft sich laut dem Privatisierungsfonds auf rund 0,3 Prozent des Verkaufspreises. Die UBS berät den Fonds beim Verkauf der staatlichen Beteiligungen an der Gasgesellschaft DEPA und am Erdölraffinerie-Betreiber Hellenic Petroleum. Eines der Projekte, in welches die Credit Suisse involviert ist, nähert sich bereits dem Abschluss. Es geht dabei um die Vergabe der Lotterie-Lizenz für die nächsten zwölf Jahre. Dieses Verfahren soll laut dem Privatisierungsfonds bereits in wenigen Wochen realisiert werden. Das zweite Projekt mit Beteiligung der Credit Suisse stösst in Griechenland auf Widerstand. Der Verkauf der staatlichen Beteiligung an DEI, dem wichtigsten Stromproduzenten Griechenlands, ist umstritten.

Kritiker befürchten, dass Griechenland das hoch profitable Unternehmen unter Wert verkaufen muss, um das hoch gesteckte Privatisierungsziel zu erfüllen. Denn schon im nächsten Jahr sollen 2,6 Milliarden Euro in die Kassen fliessen, bis 2016 will der Privatisierungsfonds mehr als 11 Milliarden Euro einnehmen. Das Ziel ist ambitioniert, in diesem Jahr wurden gerade mal 100 Millionen Euro umgesetzt.

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