Handelszeitung

Media Service: Hotelplan: «Ähnlich schlecht wie im Vorjahr»

Zürich (ots) - In seinem allerletzten Interview zieht der abtretende Hotelplan-Chef Hans Lerch eine positive Bilanz seiner rund zweieinhalbjährigen Amtszeit. «Wenn ich sehe, was in meiner Zeit alles besser geworden ist, kann ich mit gutem Gewissen sagen: Eigentlich sehr viel.» Lerch räumt im Gespräch mit der «Handelszeitung» aber ein, dass nicht alle Verlustlöcher bei der Migros-Reisetochter gestopft sind. «Die Gruppe hat noch ein Problem. Das allerdings ist riesig, und es vergrösserte sich in meiner Amtszeit sogar noch.» Gemeint ist das hochdefizitäre Italien-Geschäft. Lerch spricht unumwunden von einem «Debakel». Die Buchungen seien in Italien um rund 30 Prozent zurückgegangen, die dortigen Arbeitsgesetze aber hätten eine zügige Anpassung der Kosten verunmöglicht. «Deshalb ist der Verlust auch so gross.» Die Verluste in Italien, wo Hotelplan einen Achtel des Umsatzes von gut 1,3 Milliarden Franken erwirtschaftet, sind so gross, dass der ganze Reisekonzern das Geschäftsjahr per Ende Oktober erneut mit roten Zahlen abschliessen wird. «Das Gruppenresultat wird ähnlich schlecht wie im Vorjahr», sagt Lerch. Konkret bedeutet das einen Verlust von rund 20 Millionen Franken.

Lerch wird sein Amt per November an Thomas Stirnimann abgeben. Er bleibt im Hotelplan-Verwaltungsrat und wird noch bis Ende 2013 auf Mandatsbasis für die Migros-Tochter arbeiten und die vollständige Integration der deutschen Inter Chalet in den Ferienwohnungsanbieter Interhome begleiten. Hauptsächlich aber wird der 62-jährige Lerch für den in London domizilierten Luxusreise-Anbieter Abercrombie & Kent arbeiten. Dort ist er auch persönlich investiert. «Ich will gar nicht mit Arbeiten aufhören», sagt Lerch. «Männer, die nur zu Hause rumsitzen, tun ihren Frauen keinen Gefallen.»

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