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Media Service: Bund prüft Regeln zum Zwangssparen für Stromversorger

Zürich (ots) - Die neuen Energieeffizienz-Richtlinien der EU schreiben Energieversorgern vor, jedes Jahr 1,5 Prozent weniger Energie zu verkaufen. Damit sollen die Firmen dazu gebracht werden, sich stärker um das Thema Energieeffizienz zu kümmern. Auch der Bund prüft dieses Modell. Im Rahmen der Arbeiten für die Energiestrategie 2050 werden auch «die Bestimmungen der EU-Effizienzrichtlinie berücksichtigt», erklärt ein Sprecher des Bundesamtes für Energie. Neben verbindlichen Effizienzzielen würden noch andere Mittel zur Einbindung der Energieversorgungsfirmen analysiert, etwa ein Bonus-Malus-System oder die Einführung von progressiven Stromtarifen, die Vielverbraucher bestrafen.

Die Schweizer Stromkonzerne zeigen sich kritisch. Gemäss Michael Frank, Direktor ihres Verbandes, sind Effizienzmassnahmen zwar ein wesentlicher Pfeiler der neuen Energiestrategie. «Gegen Zwangsmassnahmen, wie sie derzeit die EU einführt, würden wir uns aber wehren», sagt er. Die Branche setze auf Freiwilligkeit. Derzeit läuft laut Frank in mehreren Kantonen ein Pilotversuch mit freiwilligen Zielvereinbarungen, der bei der Wirtschaft auf grosses Interesse stosse. Frank weist zudem darauf hin, dass nur 24 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz auf den Strom entfallen. Effizienzvorgaben einzig für die Stromversorger seien darum wenig sinnvoll.

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