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Media Service: Pensionskassen: 2013 drohen neue Rentenkürzungen

Zürich (ots) - Der Druck auf die Pensionskassenrenten wächst. Anfang Jahr ist eine Fachrichtlinie der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten in Kraft getreten, die zu tieferen technischen Zinsen rät. Diese Kennziffer besagt, wie hoch das Rentenkapital verzinst wird. Je tiefer der Satz ist, desto kleiner fällt die Rente aus.

Laut Umfrage des Vorsorgedienstleisters Swisscanto liegt der technische Zins, also die Verzinsung des Altersguthabens, im Branchenmittel bei gut 3,25 Prozent. Für 2013 empfehlen die Pensionskassen-Experten 2,75 Prozent. Dabei basiert die Berechnung auf einer Formel, welche die Anlagerendite der letzten 20 Jahre zu zwei Dritteln und die Rendite der 10-jährigen Bundesbobligationen zu einem Drittel gewichtet. Da die frühen 90er-Jahre mit ihrer starken Börsenperformance aus der Zeitreihe fallen, ergeben sich sinkende Werte. So könnte der Zins bereits 2015 auf 2,5 Prozent fallen, falls keine ausserordentlich starken Börsenjahre bevorstehen.

«Prognosen zeigen, dass Pensionskassen in den nächsten Jahren mit vertretbaren Risiken nicht mehr als 2,5 bis 3 Prozent Rendite erwirtschaften», so Pensionskassenexperte Martin Schnider. Wenn man noch Rückstellungen für die steigende Lebenserwartung und Verwaltungskosten abziehe, lande man bei langfristig realistischen 2,5 Prozent für den technischen Zins. Diesen Satz verwenden Lebensversicherer schon heute. Auch die in Schieflage stehende Berner Kasse BPK will 2013 den Zins von 3,5 auf 2,5 Prozent senken. «Die Diskussion um tiefere Sätze ist branchenweit im Gang», sagt Schnider. Viele nähmen eine Senkung gestaffelt vor, denn sie bedeutet Mehrbelastungen. Schätzungen zeigen: Sinkt der Zins von 3,25 auf 2,75 Prozent, müssten die Branche 315 statt wie heute 300 Milliarden Deckungskapital haben, um laufende Renten zu finanzieren.

Dagegen werden die künftigen Renten von derzeit noch berufstätigen Personen gekürzt. Gemäss Faustregel bedeuten 0,5 Prozentpuntke weniger technischer Zins 300 Franken weniger Jahresrente pro 100 000 Franken Altersguthaben.

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