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Media Service: Bundesamt für Verkehr: «Mobilität ist in der Schweiz zu günstig»

Zürich (ots) - Peter Füglistaler, der Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV), Bern, beurteilt die Mobilität «in der Schweiz zu günstig». In einem Interview mit der «Handelszeitung» sagt der oberste Schweizer Verkehrsplaner steigende Kosten für unsere Mobilität voraus. Füglistaler: «In Zukunft werden sich die Nutzer stärker an den Kosten beteiligen müssen.» Denkbar ist gemäss Füglistaler ein Mobility-Pricing in überlasteten Agglomerationen. Hierzu brauche es allerdings noch einiges an Vorarbeit und an Überzeugungsarbeit, bis eine Gebühr für den Individualverkehr in Ballungsräumen umgesetzt werden könne. Falsch sei zudem, dass der Strassenverkehr immer wieder behaupte, zwar rund 80 Prozent der Verkehrsleistungen zu erbringen, aber nur zu einem Drittel von den Verkehrsinfrastruktur-Investitionen zu profitieren. Füglistaler: «Alle Subventionsempfänger des Bundes fühlen sich immer im Nachteil. Berücksichtigt man die Ausgaben für alle Strassen, also auch die Kantons- und Gemeindestrassen, so erhält die Strasse noch immer mehr Mittel als die Bahn.»

Keine 44-Tonnen-Lastwagen

Kein Thema ist für den BAV-Direktor die Erhöhung der Gewichtslimite für Lastwagen. Diese wird in der EU diskutiert; Frankreich beabsichtigt, 2013 das Maximalgewicht von heute 40 auf neu 44 Tonnen zu erhöhen. Füglistaler: «Im Moment bestehen in der Schweiz keine Pläne in dieser Hinsicht.»

Nach wie vor ist Füglistaler hingegen von einer Alpentransitbörse für den Güterverkehr überzeugt. «Diese ist sehr praktikabel und würde das Problem der Schweiz im alpenquerenden Transitverkehr lösen.» Aber die Alpentransitbörse treffe auf wenig Akzeptanz, weder in den direkten Nachbarländern der Schweiz noch in der gesamten EU. Füglistaler gibt sich allerdings hoffnungsvoll: «Die EU lehnt einschränkende Massnahmen nicht grundsätzlich ab. Wenn es um Umweltanliegen geht, werden solche Massnahmen durchaus akzeptiert.» Das bedeute, dass die Schweiz zusammen mit der EU akzeptable Lösungen für den Transitverkehr suchen müsse.

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