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Media Service: «Ich stauche keine verwöhnten Millionäre zusammen»

Zürich (ots) - Mit einem Sieg gegen Manchester United könnte der FC Basel heute in einer Woche die Champions-League-Achtelfinals erreichen - und als Folge dessen weitere Millionenbeträge auf der Einnahmenseite verbuchen. «Für mich stehen der Sport und Emotionen, nicht die Finanzen im Zentrum», sagt FCB-Vizepräsident Bernhard Heusler im Interview mit «Handelszeitung Online». Anders sei dies bei Spielen, die erst über die Qualifikation zur Champions League entscheiden: «Da kann es in einem Spiel gut und gerne um 20 Millionen Franken gehen, womit der Jahresumsatz um rund die Hälfte erhöht würde.»

Durch die erstmalige Direktqualifikation für die Gruppenphase sind dem amtierenden Schweizer Meister 4 bis 5 Millionen Franken an Einnahmen entgangen: «Ein Strukturfehler», so die Kritik Heuslers. Punkto sportliche Prognose lehnt er sich vor dem Spiel nicht aus dem Fenster: «Bis heute habe ich noch keinen Zusammenhang zwischen den Erfolgen einer Mannschaft und den vollmundigen Ansagen auf den Chefetagen feststellen können», sagt Heusler. Er sei kein Typ, «der nach Niederlagen beleidigt reagiert und in der Garderobe seine Spieler zusammenstaucht, weil alle verwöhnte Millionäre seien.»

Auch zum Thema Gewalt nimmt FCB-Vize Heusler Stellung: «Zum Teil wird ganz gezielt ein negatives Bild gezeichnet.» Er stelle eine Wahrnehmungsdifferenz zwischen effektiven Matchbesuchern und Aussenstehenden fest - auch bei den Medien. «Die Vereine können weder als Staatsgewalt auftreten, noch versäumte Erziehungsaufgaben wahrnehmen.» Je mehr die Aussensicht verzerrt würde, bestünde die Gefahr, «dass sich die Leute vom Ereignis Fussball abwenden und den Spielen fernbleiben.» Einen Imageschaden für den FCB befürchtet Heusler nicht: «Man hat das Gefühl, dass ein Club für das Verhalten aller Zuschauer haften soll - am liebsten auch ausserhalb der Spiele.»

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Das komplette Interview:
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n-millionaere-zusammen


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