Handelszeitung

Media Service: Notbremsung bei Gaydoul Group

Zürich (ots) - Philippe Gaydoul zieht laut «Handelszeitung» die Notbremse bei seinem Ausflug in die internationale Luxuswelt. In einem internen Mail von Mitte Oktober an die Geschäftsführer der Töchter Fogal, Navyboot und Hanhart schreibt er: «Wir müssen die Investitionskosten in den kommenden Jahren auf das absolute Minimum reduzieren. Sowohl die Anzahl neuer Standorte als auch die Kosten pro neuem Standort müssen dramatisch reduziert werden. Businessplan hin oder her - wir haben nun mal eine neue Ausgangslage.»

Die Ausgangslage sieht offenbar prekär aus. Die Umsatzsituation in allen Unternehmen der Gaydoul Group würden ihn zwingen, über die Bücher zu gehen, schreibt der Firmenchef und Denner-Erbe im internen Mail. «Es muss alles erdenkliche unternommen werden, um die Kosten in jedem Unternehmen auf das absolute Minimum zu reduzieren. Auch sämtliche Investitionen müssen knallhart hinterfragt und notfalls gestrichen werden.»

Gaydoul ist überzeugt, dass sich die Luxuswelt im Zuge der aktuellen Wirtschaftskrise neu definieren wird. «Die verdorbenen Zeiten sind definitiv vorbei», erklärt er in der internen Kommunikation. «In der Luxuswelt wird ein dramatischer Kulturwandel stattfinden. Die schönen, lustigen, lauten, verdorbenen und vor allem teuren Zeiten gehören der Vergangenheit an. Die Dünnhäutigkeit der Branche ist passé.»

Nicht nur der Geschäftsgang läuft nicht nach Plan. Der rüde Führungsstil und Umgangston von Gaydoul stösst manchem Kadermitglied sauer auf. In den letzten elf Monaten haben nicht weniger als elf Mitarbeiter der obersten Führung die Gaydoul Group verlassen oder vor kurzem gekündigt. Die Abgänge reichen vom Finanzchef bis zur Personalchefin, vom Jetset- und Navyboot-Leiter, über den Manager des Asiengeschäfts bis zur Kommunkationschefin und jüngst dem Leiter der Organisationsentwicklung.

Der 39-jährige Unternehmer hält diesen Aderlass in der obersten Führungsebene für einen «absolut normalen Prozess», wie er gegenüber der «Handelszeitung» erklärt: «Wir sind eine Gruppe, die sich im Aufbau befindet, eine Gruppe, die aus verschiedenen Unternehmen besteht, die Mitarbeiter übernommen hat.»

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