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Media Service: Swiss-Präsident Gehrig: «Unsere Ertragssituation ist extrem fragil»

Zürich (ots) - Die Swiss gilt im Lufthansa-Konzern als Vorzeigekind. Auch wenn es der Fluggesellschaft im Branchenvergleich sehr gut geht, bleibt der wirtschaftliche Druck hoch. «Es braucht nur wenig, und dann schreiben wir nicht mehr schwarze, sondern rote Zahlen», sagt Swiss-Verwaltungsratspräsident Bruno Gehrig im «Handelszeitung»-Interview. «Unsere Ertragssituation ist extrem fragil.» Zudem stehe die Schweiz möglicherweise vor einer Rezession. Auch die Lufthansa-Tochter kämpfe mit dem Problem des starken Frankens. «Ein Drittel unserer Erträge fällt in Euro an. Deshalb schmelzen sie mit dem Wechselkurs. Wir versuchen über Kosteneinsparungen und Flexibilität diesen Nachteil einigermassen wettzumachen. Im Moment ist aber darüber hinaus nichts im grossen Stile vorgesehen», erklärt Gehrig.

Optimistisch für Geschäftsjahr 2011 Als die Swiss startete, wies sie ihrem Verwaltungsratspräsidenten zufolge hohe Wachstumsraten aus. «Heute liegen sie noch bei 3 bis 4 Prozent pro Jahr. Mehr wird es auch in Zukunft nicht sein», sagt Gehrig. Allen Widrigkeiten zum Trotz bleibt er für das laufende Geschäftsjahr optimistisch. «Wir rechnen mit einem Ergebnis, das etwa in Vorjahreshöhe liegt.» 2010 erwirtschaftete die Swiss einen operativen Gewinn von 368 Millionen Franken (2009: 146 Millionen Franken).

Zehn Jahre Swissair-Grounding Vor zehn Jahren, am 2. Oktober 2001, lief bei der Swissair nichts mehr. Der heutige Verwaltungsratspräsident der Nachfolgegesellschaft Swiss sass damals im Direktorium der Nationalbank. Im Interview mit der «Handelszeitung» erinnert sich Gehrig: «Wir mussten Koffer mit Tausendernoten an die Piloten der Swissair liefern, weil sie nur noch gegen Bargeld Kerosin bekommen haben. Das war schon beschämend.»

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