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Media Service: Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler: «Die SNB sollte jetzt wenigstens reale Werte kaufen statt europäische Staatsanleihen.»

Zürich (ots) - Der Unternehmer und SVP-Nationalrat Peter Spuhler lanciert eine Idee: «Wenn die Nationalbank jetzt einen Mindestkurs von 1.20 Franken zum Euro fixiert und dazu möglicherweise Hunderte von Milliarden Franken einsetzen muss, dann sollte sie dafür wenigstens reale Werte kaufen statt europäische Staatsanleihen und Devisen mit grossem Abschreibungspotenzial.» Im Interview mit der «Handelszeitung» denkt Spuhler vor allem an Aktien von grossen Unternehmen im Euro-Raum wie Siemens, Daimler oder Shell, aber auch von US-Firmen wie General Electric oder Coca-Cola. «Wichtig ist: Gute, gesunde Unternehmen», präzisiert der Nationalrat.

Spuhler hat keine Bedenken, dass die Nationalbank zur Spekulantin würde. «Das ist sie doch schon, wenn sie europäische Staatsanleihen aufkauft. Da bestehen ebenfalls Verlustrisiken.» Mit realen Werten sei das Risiko vergleichsweise gering. Da die Aktienkurse stark gefallen seien, bestehe darüber hinaus ein hohes Gewinnpotenzial. Spuhler lässt sich für seine Idee von den Chinesen inspirieren, die mit ihren Devisenüberschüssen «weltweit Land, Unternehmen und Infrastruktur kaufen.» Im Gegensatz zu China brauche die Schweiz aber keinen Staatsfonds. «Die Nationalbank kann bereits heute Aktien bewerben», so seine Begründung.

«Unser Ziel ist es, die Nationalbank in diesem schwierigen Umfeld zu unterstützen», sagt Spuhler weiter. Zur massiven Kritik der SVP an SNB-Präsident Philipp Hildebrand vor einem Jahr, die gar in eine Rücktrittsforderung mündete, meint Spuhler: «Ich persönlich habe kein Köpferollen gefordert. Die Politik muss sich rasch auf neue Situationen einstellen können. Damals waren die Interventionen der Nationalbank wenig glaubwürdig und die Aussagen des SNB-Präsidenten unglücklich.» Das habe die SVP abgehakt. Jetzt gelte es, nach vorne zu schauen.

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