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Media Service: UBS-Präsident Villiger - "Nicht als Brückenbauer gewählt worden"

Zürich (ots) - UBS-Präsident und Ex-Bundesrat Kaspar Villiger nimmt in der Jubiläumsausgabe zum 150jährigen Bestehen der "Handelszeitung" Stellung zur Kritik an seiner Person und zur "Too big to fail"-Regelung. Auf den Vorwurf, er habe die Erwartungen enttäuscht und keine Brücken zwischen der Politik und der Grossbank gebaut, sagt Villiger: "Ich bin nicht als Brückenbauer gewählt worden, sondern wegen meiner breiten Erfahrungen etwa als Unternehmer, Regulator und Verwaltungsrat grosser Konzerne. Und ich bin sicher nicht gewählt worden, um für die Bank eine politisch genehme Meinung abzugeben." Er sage immer offen, was er für richtig halte: "Wenn ich überzeugt bin, dass sich Probleme für den Finanzplatz ergeben: Soll ich das nicht sagen, nur weil es der Politik im Moment nicht gefällt? Dann dürfte ich morgens nicht mehr in den Spiegel schauen. Dazu hätte man einen PR-Mann holen müssen. Diese Funktion übernehme ich nicht." Es dürfe auch nicht überraschen, "dass Präsident und Konzernchef zu Grundfragen die gleichen Antworten haben".

Die UBS stehe zum Grundkonzept der «Too big to fail»-Vorlage: "Das sehen Sie, wenn Sie meine wenigen Interviews und Reden anschauen. Das Bild, das gewisse Kommentare von mir zeichnen, ist weder wahr noch belegbar." Es dürfe "nicht mehr passieren, dass der Staat eine Grossbank retten muss". Die Regelung von Basel III sei richtig: "Wir könnten über Details streiten, aber mehr Eigenkapital und eine bessere Kapitalqualität ist notwendig." Er stehe auch zum Swiss Finish und akzeptiere, "dass wir mehr Kapital halten, perfekter dastehen müssen als die Konkurrenz". Es gehe nur um die Höhe dieses Zuschlags. Man sollte ihn nicht festlegen, bevor klar sei, was die wichtigsten Konkurrenzfinanzplätze machten. Der Standort Schweiz sei immer noch gut, aber wir dürften "nicht zu viele Fehler machen".

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