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Media Service: Neuer Krisengipfel zum starken Franken

Zürich (ots) - Schweizer Industriefirmen wollen die Abstrafung durch den teuren Franken nicht länger hinnehmen. Im April treffen sich die Spitzen von fünf Industrieverbänden zu einer Krisensitzung. «Wir wollen gemeinsam gegen die Folgen der Frankenstärke kämpfen, sagt Marcel Menet, Geschäftsführer des Giessereiverbandes. Mit von der Partie sein werden Vertreter der Aluminium-, Stahl und Verpackungsindustrie-Verbänden sowie von Dachverband Swissmem. Diskutiert werden Massnahmen wie offene Briefe mit Appellen an die Nationalbank. Im Fokus stehen Importeure. Sie profitierten von billigen Euro-Importen, würden den Preisvorteil aber nicht weitergeben, heisst es. Unter öffentlichem Druck sollen sie gezwungen werden den Vorteil weiterzugeben.

Unterdessen greifen Unternehmen zu weiteren Sparmassnahmen. Jüngstes Beispiel ist die Maag Pumpen Systems in Oberglatt. Das Überbleibsel der traditionsreichen Zürcher Zahnradproduzentin Maag lässt ab 1. Mai rund 120 Mitarbeiter täglich eine Viertelstunde länger arbeiten - ohne Lohnausgleich, wie ein Vertreter eines Angestelltenverbandes sagt. Das Unternehmen will die Massnahme nicht kommentieren. Mit der höheren Produktion will Maag den Margenrückgang kompensieren. Die Massnahme ist auf ein Jahr angelegt und läuft unter dem Krisenartikel des Industrie-Gesamtarbeitsvertrages. Dieser sieht für Krisensituationen Ausnahmen mit erhöhter Arbeitszeit vor. Gewerkschaften laufen dagegen Sturm. Die Arbeitgeber dürften das Geschäftsrisiko nicht auf die Mitarbeiter übertragen, sagen sie. Den Krisenartikel hatte Anfang Jahr bereits der Urner Kabelproduzent Dätwyler angewendet - nicht für lange Zeit. Die Jobs werden nun ins Ausland verlagert.

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