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Media Service: UBS und CS droht ein Milliardenloch

Zürich (ots) - Das Regelwerk von Basel III hat es in sich. Nachdem die Finanzhäuser bereits grosse Anstrengungen unternommen haben, um die neuen Vorschriften zu erfüllen, kommen nun neue Forderungen auf sie zu. So werden alle Institute angehalten, inskünftig die Verpflichtungen gegenüber ihren eigenen Pensionskassen von den Eigenmitteln abzuziehen. «Mit den Regelungen von Basel III steigen nun auch die Anforderungen für die Banken, bisher ausgenommene Pensionskassen-Verpflichtungen dem Eigenkapital zu belasten», bestätigt die Schweizerische Finanzmarktaufsicht (Finma) gegenüber der «Handelszeitung».

Besonders hart könnte dies die beiden Grossbanken treffen. Wie Recherchen zeigen, müssten UBS und Credit Suisse im schlimmsten Fall mehrere Milliarden Franken vom derzeit so dringend benötigten Eigenkapital abziehen. Verschiedene Quellen schätzen diesen Abzug bei der Credit Suisse übereinstimmend auf bis zu 3 Milliarden Franken. Die Credit Suisse sagt dazu: «Die Diskussion um Pensionskassen-Verpflichtungen betrifft das Tier-1-Kapital und nicht das unter Basel III relevante harte Eigenkapital. Es gibt keine Lücke.» Bei der UBS könnten sich die Abzüge ebenfalls auf bis zu 3 Milliarden Franken belaufen. Die Grossbank konnte dazu keine Stellung nehmen.

Insidern zufolge wird bereits heftig um die Abzüge diskutiert. Bei der Finma heisst es: «Die Auswirkung von Pensionskassen-Verpflichtungen auf das Eigenkapital nach Basel III ist eines der Themen, über das sich Aufsichtsbehörden und Banken gegenwärtig austauschen.» Auch die neue Arbeitsgruppe zur Eigenmittelverordnung beschäftige sich mit der Frage. Über eine Anpassung der Verordnung entscheide aber der Bundesrat. (sg)

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