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Media Service: BIZ-Chefökonom kritisiert Banken

Zürich (ots) - Stephen Cecchetti, der Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, nimmt in einem seiner raren Interviews Stellung zur Kritik der Banken an der neuen Regulierung. "Wenn man die Banken sicherer macht, reduziert sich das Risiko in der Volkswirtschaft", sagt er im Gespräch mit der "Handelszeitung". "Eigentlich ist die Reaktion der Bank ganz natürlich. Sie möchte einfach weiter das tun, was in der Vergangenheit für sie gut funktioniert hat." Doch laut Cecchetti muss sich aus volkswirtschaftlicher und sozialer Sicht etwas ändern. "Unser Job ist es, sicherzustellen, dass sich etwas ändert."

Die Warnung der Banken, dass wegen der Regulierung riskante Geschäfte in das Schattenbankensystem, namentlich in Hedgefonds, abwandern würden, wiegelt Cecchetti ab. "Hedgefonds haben nicht das gleiche Anreizpotenzial wie die Banken, und sie arbeiten mit viel weniger Leverage, sind also weniger stark fremdfinanziert." Entscheidend sei, dass die Manager der Hedgefonds mit ihrem eigenen Vermögen investiert seien. "Dann wird sich der Manager ganz anders verhalten", so Cecchetti. Zudem seien Hedgefonds auch nicht direkt mit den Banken verbunden, wie das deren Aussenbilanz-Vehikel vor der Krise waren. "Insgesamt sinkt das Risiko im System", ist Cecchetti überzeugt.

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