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Media Service: SNB-Präsident Hildebrand rechtfertigt Devisen-Intervention

Zürich (ots) - Er ist der erste Präsident der Schweizerischen Nationalbank, der von Christoph Blocher und anderen Kritikern offen zum Rücktritt aufgefordert wurde. Grund sind die Milliarden-Verluste auf den Devisenbeständen. Philippe Hildebrand reagiert im HZ-Gespräch gelassen auf die heftigen Vorwürfe: "Öffentliche Kritik und Geldpolitik sind in Krisenzeiten enge Verwandte." In den USA sei die Kritik an der Federal Reserve noch heftiger gewesen. Auch um die Europäische Zentralbank habe es starke Kontroversen gegeben.

Hildebrand rechtfertigt die Intervention am Devisenmarkt zur Stützung des Schweizer Franken. "Unser Ziel war nicht, einen fixen Wechselkurs zu verteidigen." Die SNB habe die Preisstabilität gewährleistet, die Schweiz habe keine deflationären Tendenzen. Sie sei im letzten Jahr um zweieinhalb Prozent gewachsen und sei eines der ersten OECD-Länder, deren Wirtschaft wieder das Vorkrisenniveau erreicht habe. "Aus heutiger Sicht können wir festhalten: Wir haben unseren Auftrag erfüllt", so Hildebrand.

Der SNB-Präsident lässt sich ferner nicht von den Druckversuchen der Banken gegen strengere Regulierung beirren: "Falls es uns nicht gelingt, die eklatanten Mängel zu korrigieren und wir in Zukunft erneut in eine solche Krise hineinlaufen, dann wird die Reaktion der Öffentlichkeit so vehement sein, dass die Grundstruktur der Marktwirtschaft gefährdet wird. Hildebrand hofft daher, dass die Vertreter des Finanzsektors das realisieren. Hier liege es an der SNB, für bessere Regelungen zu kämpfen. "Das schulden wir den zukünftigen Generationen. Wenn wir das nicht machen, geht viel kaputt, das uns Wohlstand gebracht hat."

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