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Handelszeitung

Media Service: Heute in der Handelszeitung vom 18. Februar 2009

Zürich (ots)

Clariant-CEO Kottmann: "Ich wäre überrascht, wenn
kein weiterer Abbau nötig wird"
Der heute bestätigte weitere Abbau von 1000 Stellen bei Clariant (150
davon in der Schweiz) wird kaum der letzte derartige Schritt von 
Clariant sein. "Ich wäre überrascht, wenn kein weiterer Abbau nötig 
wird", erklärte Hariolf Kottmann, CEO von Clariant, im Gespräch mit 
der "Handelszeitung". Am meisten Probleme hat das Unternehmen im 
Textil- und im Ledergeschäft. Ein Zusammengehen mit BASF, die in 
diesen Bereichen ebenfalls leidet und ein Joint Venture als möglichen
Ausweg bezeichnet hat, schliesst Kottmann nicht aus: "Vorstellen kann
man sich noch vieles", sagt er auf die entsprechende Frage. Insgesamt
setzt er nun hauptsächlich auf Kostensenkungen. Preiserhöhungen, die 
im letzten Jahr die Marge noch gestützt hätten, seien in der jetzigen
Situation nicht mehr möglich.
Bucher-CEO Mosimann: "2009 erwarten wir tiefere Ergebnisse"
"Wir erwarten für das laufende Jahr einen Konzernumsatz unter dem 
Vorjahr und ein tieferes Betriebs- sowie Konzernergebnis", sagt 
Philip Mosimann, CEO des Industriekonzerns Bucher, im Interview mit 
der "Handelszeitung". Den Chef des einstigen Investorenlieblings 
kümmert der Absturz der Aktie an der Börse hingegen wenig. Bauchweh 
bereiten Mosimann vielmehr die heftigen Währungsschwankungen. Besorgt
zeigt er sich ebenfalls über mögliche künftige Finanzierungsprobleme 
seiner Kundschaft.
Kantonalbanken: Neugeld führt zu riskantem Wachstum
Die Kantonalbanken haben am meisten von verärgerten Grossbankkunden 
profitiert. Jetzt lehnen sie sich bei ihren Wachstumsstrategien 
teilweise weit aus dem Fenster. Damit droht ihnen eine Kostenfalle. 
"Es stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit der 
Neukundengenerierung. Klar ist, dass nicht alle gewonnenen Gelder 
gehalten werden können", sagt Rainer Skierka, Finanzanalyst bei 
Sarasin, der "Handelszeitung". Auf eine solche Entwicklung setzen die
von der Krise gebeutelten Grossbanken: "Wir sind überzeugt, dass jene
Kunden, die ihre Vermögen zurückgezogen und auf andere Banken 
verteilt haben, uns nicht für alle Zeiten den Rücken gekehrt haben", 
sagt UBS-Mediensprecher Andreas Kern. Insidern zufolge sind bei den 
bisherigen Krisengewinnern wegen der Staatsintervention bereits erste
Abflüsse in Richtung Grossbanken festzustellen - nicht nur im 
Firmenbereich, sondern auch bei den Privatkunden.
Mobilfunk: Über 1000 neue Handyantennen
Selten war die Verbindungsqualität im Mobilfunk für Reisende im Zug 
oder im Auto so schlecht wie in den letzten Monaten. Nun werden die 
Netzbetreiber aktiv: In den kommenden Monaten bauen Swisscom, Sunrise
und Orange über tausend neue Antennen, wie die "Handelszeitung" 
schreibt. Sunrise-Manager Roger Schaller bestätigt: "Wir verdoppeln 
dieses und nächstes Jahr den Rollout im Antennenbau." In den 
vergangenen Jahren baute Sunrise jährlich 200 bis 250 neue Antennen, 
macht für die Jahre 2009 und 2010 also je rund 500 neue Antennen. 
Auch Orange legt beim Ausbau zu: "Wir haben für dieses Jahr den Bau 
und die Inbetriebnahme von rund 400 neuen Antennen bzw. das Aufrüsten
bestehender Antennen geplant", sagt Orange-Sprecherin Therese Wenger 
der "Handelszeitung". "Im Vergleich zum Vorjahr nehmen wir rund 10% 
mehr neue Antennen in Betrieb." Und selbst Marktleaderin Swisscom 
rüstet auf: "Wir werden dieses Jahr etwa 270 neue Standorte in 
Betrieb nehmen", sagt deren Sprecher Olaf Schulze. Insgesamt betreibt
die Swisscom mit 5300 Antennen die meisten Stationen. Wie ihre 
Konkurrenten baut auch sie gezielt neue Antennen entlang der 
SBB-Linien.
Denner-Chef plant keine grosse Preisoffensive
Philippe Gaydoul reagiert gelassen auf den Markteintritt des 
deutschen Discounters Lidl. Der Denner-Chef will die Strategie nicht 
auf diesen Tag hin anpassen. "Als Aldi in die Schweiz gekommen ist, 
haben wir auch nichts Spezielles unternommen", sagt Gaydoul gegenüber
der "Handelszeitung". Eine grosse Preisoffensive sei nicht geplant. 
"Wir können gar nicht auf einen Schlag die Preise von 100 Artikeln 
reduzieren. Das würde doch bedeuten, dass wir zuvor über Jahre zu 
viel verdient hätten, und das ist ja nicht der Fall", so der 
Denner-CEO. Auch das Werbebudget hat der Schweizer Discounter nicht 
aufgestockt: "Warum sollen wir jetzt mehr Werbung machen, nur weil 
ein neuer Konkurrent in den Markt kommt?"
Panalpina: Ölprojekt in Kasachstan unter Beschuss
Für die Basler Panalpina ist ihre Beteiligung an dem Ölfeld Kashagan 
in Kasachstan "ein Vorzeigeprojekt". Ein von der EU finanzierter 
Bericht, der der "Handelszeitung" vorliegt, kritisiert nun die 
ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen dieser 
Offshore-Ölexploration massiv und setzt Panalpina-Partnerin Agip 
unter Druck. Die Erschliessung habe alarmierende Auswirkungen auf die
Umwelt. Panalpina weist die Kritik zurück. Nach der Korruptionsaffäre
in Nigeria gelobte Panalpina, alle Dienste aufzugeben, welche die 
höchsten Compliance-Standards nicht erfüllen.
UBS-Personalchef rechnet mit Stärkung der Fixlöhne
Der Einfluss der neuen Lohnobergrenzen im Ausland auf das Lohnniveau 
der Banken sei noch nicht abschätzbar, sagt Gery Bruederlin, Group 
Head Human Resources der UBS, gegenüber der "Handelszeitung". Fest 
steht: "Wir sehen einen Trend zu strukturellen Verschiebungen von 
variabel zu fix." Bei der variablen Vergütung bei der UBS werde 
künftig dem Economic Profit eine wichtige Rolle zukommen. "Im 
Gegensatz hierzu wurde die variable Vergütung früher stark auf 
kurzfristige Ergebnisse ausgerichtet und es wurde den eingegangenen 
Risiken nicht genügend Rechnung getragen", räumt Bruederlin ein.
Möbelhandel: Schweizer Anbieter spüren die Wirtschaftskrise
Der konjunkturempfindliche Möbelmarkt hat sich hierzulande spürbar 
abgekühlt. "Während die meisten Anbieter im 1. Halbjahr 2008 noch 
zulegen konnten, mussten sie in den letzten Monaten Einbussen in Kauf
nehmen", bestätigt Kurt Frischknecht, Direktor des Verbands der 
Schweizer Möbelindustrie (SEM), auf Anfrage der "Handelszeitung". Die
Ausnahme unter den hiesigen Möbelhändlern bildet der schwedische 
Ikea-Konzern: Der Branchenführer konnte 2008 sein Ergebnis erneut 
deutlich verbessern.
Givaudan-CFO Matthias Währen: "Gutes Resultat in schwierigem 
Umfeld"
Das Ergebnis von Givaudan konnte die Markterwartungen nicht erfüllen.
Dennoch ist Givaudan-CFO Matthias Währen insgesamt zufrieden: "Wir 
sind in einem schwierigen Umfeld mit stark steigenden 
Rohmaterialkosten und negativen Währungseinflüssen um 2,5% 
gewachsen", begründet Währen im Gespräch mit der "Handelszeitung". 
Die Ziele für 2010 mit einer Ebitda-Marge auf dem Niveau von vor der 
Quest-Akquisition (22,7%) sowie Einsparungen in der Höhe von 200 Mio 
Fr. hält er fest. Angst vor der Krise verspürt er keine: "Unser 
Geschäft ist konjunkturresistent und die Wachstumsinitiativen kommen 
voran."
Wirtschaftsprüfung: Für Transparenz sorgen
Die Revisoren sind in diesen turbulenten Zeiten gefordert wie nie 
zuvor. Es gilt für die Abschlussprüfer, auch faule Kredite und 
Derivate möglichst exakt zu bewerten. Peter Leibfried, 
Accountingexperte an der Universität St. Gallen, umschreibt die 
aktuelle Stimmungslage in der Wirtschaftsprüfung: Der Jahresabschluss
2008 wird nicht überall angenehm." Vermutet wird zudem, dass des 
härteren Umfeldes wegen Unternehmensleitungen Druck auf die 
Rechnungsprüfer ausüben werden.
Beziehungsstörungen im Berufsalltag bleiben oft unerkannt
Konflikte im Berufsalltag verursachen Kosten in Millionenhöhe, lassen
sich nicht vermeiden, aber besser oder schlechter lösen. Entscheidend
beim Schlichten ist, dass zwischen verschiedenen Konfliktebenen 
unterschieden wird. Belegt wurde, dass Firmen mit einem guten 
Betriebsklima erfolgreicher sind. Beziehungsstörungen kommen selten 
aus heiterem Himmel und haben die Tendenz, zu eskalieren. Der 
bekannte Betriebspsychologe Friedrich Glasl unterscheidet zwischen 
neun Stufen der Verschärfung. Sie reichen von kleineren Verstimmungen
über Kontaktabbruch und Drohungen bis hin zum "totalen Krieg". Wobei 
dieser bekanntlich in der Erwartung geführt wird, man könne dazu 
beitragen, dass es dem "Gegner" schlechter gehe, und mit der 
Erkenntnis endet, dass am Ende beide nicht besser dran sind. Wird die
Art der Konfliktebene rechtzeitig erkannt und benannt, kann diese 
Glas'sche Kaskade durchbrochen werden. In verschiedenen Studien zum 
Thema Betriebsklima wurde eindrücklich belegt, dass in erstaunlich 
vielen Fällen von Störungen im Berufsalltag die Betroffenen keine 
Ahnung darüber haben, in welchem Stadium sich ihre 
Auseinandersetzungen befinden.

Kontakt:

Nähere Auskunft erteilt Ihnen gerne Herr Martin Spieler, Chefredaktor
"Handelszeitung" Zürich. Tel. 043 444 59 00

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