Handelszeitung

Media Service: Heute in der "Handelszeitung" vom Mittwoch, 30. Januar 2008: Themen siehe Text im Lead.

    Zürich (ots) - Adecco bildet erstmals extern Lehrlinge aus

    «Das ist ein Novum für unsere Branche», sagt Adecco-CEO Dieter Scheiff im Interview mit der «Handelszeitung». Adecco ist in Deutschland soeben in die externe Lehrlingsausbildung eingestiegen.   Auch in der Schweiz plant der weltgrösste Personalkonzern extern Lehrlinge auszubilden. Scheiff kritisiert: "Leider verstehen ausländische Firmen die Lehrlingsausbildung oft als Bürde."  Weiter steht für Scheiff fest: «Wenn die Weltwirtschaft in eine globale Rezession fallen würde, können wir das durchschnittliche Wachstum von 7 bis 9% bis 2009 nicht erreichten.»

    Das sind die Schweizer Übernahmekandidaten 2008 aus Industrie und Chemie

    Die Verluste sind dramatisch: Zwischen 25 und 50% ihres Börsenwerts haben Schweizer Industrie- und Chemiefirmen im Schnitt in den vergangenen sechs Monaten eingebüsst. Laut einer Erhebung der «Handelszeitung» zählen jetzt gegen 30 an der Schweizer Börse SWX kotierte Firmen zu attraktiven Übernahmekandidaten. Sie sind gut am Markt positioniert und weisen eine tiefe Bewertung auf. Zudem hat die Mehrheit keinen dominanten Aktionär an Bord, was sie anfällig für feindliche Übernahmeversuche macht. Zu den prominenten Beispielen günstiger Gesellschaften ohne schützenden Minderheitsaktionär gehören die beiden Basler Chemiekonzerne Ciba und Clariant, das Schaffhauser Industriekonglomerat  Georg Fischer (GF) und der Winterthurer Automobilzulieferer und Textilmaschinenbauer Rieter. Daneben gibt es gegen 25 weitere Firmen, die 2008 zum Übernahmeziel werden könnten. Betroffene Firmen wie Clariant, Rieter und GF geben ihre Positionen deutlich zu verstehen: Sie halten an ihrer Unabhängigkeit fest.

    Swiss verärgert Vielflieger

    Für tausende von Swiss-Passagieren ist es mit den Stammkunden-Privilegien vorbei. Sie haben 2007 zu wenige Meilen gesammelt. Pikant daran: Die meisten von ihnen sind langjährige Kunden aus Swissair-Zeiten. Ihnen setzte Swiss eine zweijährige Frist, um sich auch im neuen Vielflieger-Programm Miles & More der Lufthansa für den bestehenden Status zu qualifizieren. Viele schafften es nicht und erhalten deshalb in den nächsten Wochen einen Brief der Airline. Die Vielflieger-Interessengemeinschaft Miles & Less spricht von einem "Rauswurf". Die Swiss setze alles daran, "ehemalige Swissair-Kunden loszuwerden", kritisiert IG-Gründer Werner Suter. "Swiss investiert in ihre Statuskunden und hat alles Interesse daran, dass sich möglichst viele Passagiere für einen Status qualifizieren", entgegnet Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel.

    Swisscom droht Sunrise mit den Anwälten

    Äpfel mit Birnen vergleiche Sunrise, wirft Swisscom ihrem Konkurrenten vor. Im neusten Schlagabtausch zwischen den beiden Streithähnen geht es um die Preisvergleiche im Geschäftskundensegment. Auf ihrer Homepage rechnet Sunrise den KMU vor, dass sie deutlich günstiger sei als Orange und Swisscom. "Grundsätzlich hat Swisscom kein Problem mit Preisvergleichen", sagt Swisscom-Sprecher Carsten Roetz. Aber in diesem Fall würden "teilweise die rechtlichen Anforderungen für einen Preisvergleich nicht erfüllt". Anwälte der Swisscom sind bereits bei der Rechtsabteilung von Sunrise vorstellig geworden. Für Sunrise dagegen ist klar: "Wir machen keine rechtlich bedenkliche Werbung."

    Quadrant bringt 2007 im Krebsgang hinter sich

    2007 wird nicht als wachstumsstärkstes Jahr in die Geschichtsbücher von Quadrant eingehen: Laut CEO Arno Schenk haben sich die Geschäfte im 4. Quartal 2007 ähnlich entwickelt wie im 3. Quartal - sprich: seitwärts. Nach neun Monaten ist der Umsatz des Spezialwerkstoffherstellers um insgesamt 1% auf 619 Mio Fr. Ähnlich gestaltet sich das Bild auf der Ertragsstufe. «Wir haben keine aussergewöhnlichen Unternehmensnachrichten wie etwa eine Gewinnwarnung publiziert, deshalb kann mit einer konstanten Geschäftsentwicklung im 4. Quartal gerechnet werden», bestätigt Schenk. Nach neun Monaten stieg der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit um 4% auf 55,1 Mio Fr.

    Kaba-CEO Rudolf Weber bestätigt ehrgeizige Finanziele für das laufende Geschäftsjahr

    Die Panik an den Börsen hat auch die Aktie des Sicherheitstechnikers Kaba in die Tiefe gerissen. Als möglichen Grund sieht Kaba-CEO Rudolf Weber "Grossinvestoren, die wohl befürchten, dass sich die Krise im US-Residential-Bereich auf andere, für Kaba wichtige Sektoren ausweitet, zum Beispiel auf das Commercial-Building- oder das Hotelgeschäft", erklärt er im Interview mit der "Handelszeitung". Operative Gründe für den Kursrückschlag sieht Weber keine. Vielmehr bestätigt er die ambitionierten Finanzziele für das laufende Geschäftsjahr, das Kaba am 30. Juni 2008 abschliesst: 5% organisches Umsatzwachstum und eine Ebit-Marge von 12%.

    Gilbert Achermann, CEO Straumann: "Straumann will nicht Bank spielen"

    Für Gilbert Achermann, CEO des Basler Zahnimplantateherstellers Straumann, ist nicht nur ein Aktiensplitting, sondern auch eine Kapitalrückführung an die Investoren prüfenswert. "Wir werden dies im Hinblick auf die Generalversammlung 2008 diskutieren", sagt Achermann im Interview mit der "Handelszeitung". Von der Hypothekenkrise in den USA sei Straumann bisher noch nicht betroffen. "Bisher gab es keine signifikante Abflachung", sagt er. Diese käme erst, "wenn die gesamte US-Wirtschaft in eine Rezession geraten würde." In den kommenden zwölf Monaten will sich Achermann aber dennoch Gedanken machen, wie das Geschäft weiter ausgebaut werden könnte. Eine Möglichkeit dafür wären Billigimplantate. "Wir müssen uns überlegen, wie wir mit dem gestiegenen Wettbewerbsdruck in gewissen Segmenten umgehen wollen", so Achermann. Konkrete Akquisitionsabsichten hingegen hegt er nicht. "2008 ist eher eine Konsolidierungsphase angesagt", sagt der Straumann-Chef.

Kontakt:
Nähere Auskunft erteilt Ihnen gerne Martin Spieler, Chefredaktor
"Handelszeitung", Zürich. Tel. 043 444 59 00.



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