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ifa tunnel: Ausbildungszentrum für Rettungsorganisationen

    Balsthal (ots) - Die Schweiz baut nicht nur die längsten Tunnels der Welt, sondern will den Nutzern auch ein Maximum an Sicherheit bieten: in Balsthal (SO) und Lungern (OW) entstehen derzeit Übungsanlagen, in denen sich die Rettungsorganisationen optimal auf Einsätze in unterirdischen Verkehrsanlagen vorbereiten können.

    Um Menschen retten und Brände wirksam bekämpfen zu können, muss die Feuerwehr unter allen Bedingungen in unterirdische Verkehrsanlagen wie Tunnels, Tiefgaragen oder Untergrundbahnhöfe eindringen können. Deshalb brauchen Ereignisdienste wie Feuerwehr, Sanität und Polizei eine umfassende theoretische Ausbildung. Zudem müssen sie das Gelernte am konkreten Objekt unter realistischen Einsatzbedingungen trainieren können. Darum forderte das Schweizerische Bundesamt für Strassen (ASTRA) bereits im Jahr 2000, als Konsequenz aus den Brandkatastrophen im Tauern- und im Montblanc-Tunnel, einen Übungstunnel für Ereignisdienste zu erstellen.

    Über 1'000 Meter Tunnel und Stollen zum Üben

    Im Sommer 2005 beauftragte das ASTRA die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung und die Solothurnische Gebäudeversicherung, als Trägerinnen des Interkantonalen Feuerwehr-Ausbildungszentrums ifa, in Partnerschaft mit der Gasser Felstechnik AG, an den Standorten Balsthal (Kanton Solothurn) und Lungern (Kanton Obwalden) Übungsanlagen für Ereignisdienste zu bauen und eine umfassende Lehre für Einsätze in unterirdischen Verkehrsanlagen zu entwickeln.

    In Lungern wird derzeit ein Brandstollen im Brünigmassiv ausgebaut. In Balsthal haben die Arbeiten für einen kombinierten Strassen- und Bahntunnel mit integriertem Übungsparkhaus begonnen. Beide Standorte zusammen werden ein mehr als 1'000 Meter langes Labyrinth anbieten, in dem sich alle nur denkbaren Einsatzsituationen in allen Arten unterirdischer Verkehrsanlagen trainieren lassen: von Bränden in Tiefgaragen über Gefahrgutunfällen in Strassentunnels und Entgleisungen in Bahntunnels bis zu Explosionen in unterirdischen Bahnhöfen und Einkaufspassagen.

    Zur Darstellung der Brände setzt das ifa auf die umweltfreundliche Gasbrandtechnik, bei der Stahl-Attrappen von Personenwagen, Lastwagen, Reisebussen und Eisenbahnwaggons mit Propangas befeuert werden und die Übungsräume auf bis zu 400° Celsius aufheizen. Während Flammen und Hitze real sind, wird zur Verqualmung ungiftiger Übungsrauch verwendet. Damit werden Gesundheitsgefahren für die Nutzer und Umweltbelastungen auf ein Minimum reduziert und Hitze, Verrauchungsstärke und Schwierigkeitsgrad können exakt so dosiert werden, dass die Übenden hart gefordert, jedoch nicht überfordert werden.

    Ein Kompetenzzentrum mitten in Europa

    In Lungern soll der Testbetrieb im Jahr 2008 beginnen, in Balsthal im 2009. Während der ersten zwei Jahre wird das ifa schwerpunktmässig die für Schweizer Autobahn- und Eisenbahntunnels zuständigen Feuerwehren ausbilden und für Sanität, Polizei und andere Ereignisdienste zur Verfügung stehen. Mittelfristig erwartet das ifa Feuerwehren aus ganz Europa.

    Die Übungsanlagen in Balsthal und Lungern werden rund 35 Millionen Schweizer Franken kosten und werden vom Bund finanziert. Infrastrukturen wie Garderoben, Atemschutzwerkstätten, Kantinen und Unterkünfte werden in Balsthal vom ifa, in Lungern von der Gasser Felstechnik AG zur Verfügung gestellt.

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Kontakt:
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Geschäftsführer Urs Kummer
Industriezone Klus
4710 Balsthal/Schweiz
Tel.:        +41/62/386'77'04
Fax:         +41/62/386'77'01
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