Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO

Prophylaktische Mundhygiene im Seniorenzentrum

Bern (ots) - Die Bewohner des Seniorenzentrums Cadonau in Chur profitieren seit einem halben Jahr von Prophylaxe und Dentalhygiene, ohne das Haus verlassen zu müssen. Mit diesem Projekt leisten das Seniorenzentrum und die SSO Graubünden Pionierarbeit in der Alterszahnmedizin.

Um die Mundgesundheit der betagten Bewohner zu erhalten, hat die SSO Graubünden ein beispielhaftes Projekt lanciert: Im Seniorenzentrum Cadonau wurde ein Dentalhygienezimmer eingerichtet. Seit der Eröffnung vor rund einem halben Jahr profitieren besonders Bewohner mit eingeschränkter Mobilität von Prophylaxemassnahmen und regelmässiger Dentalhygiene. Das Behandlungszimmer im Seniorenzentrum ist ein Pionierprojekt. «In der ganzen Deutschschweiz gibt es wohl nichts Vergleichbares», meint Marcel Z'Graggen, Heimzahnarzt und Präsident der SSO Graubünden in der neusten Ausgabe des Swiss Dental Journal SSO .

Beim Eintritt ins Alterszentrum haben viele Senioren noch eigene Zähne. Doch wenn die Sehkraft und die Geschicklichkeit allmählich nachlassen, können sie ihre Zähne nicht mehr richtig bürsten. Auch die Pflegerinnen und Pfleger sind oft nicht in der Lage ausreichend auf die Mundhygiene der Patienten zu achten. Sie haben zu wenig Zeit oder sind nicht dazu ausgebildet. Eine ungenügende Mundhygiene ist aber gerade bei älteren Menschen problematisch. Denn Infektionen im Mundraum können mit Krankheiten wie Lungenentzündung, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes zusammenhängen.

Deshalb hat die SSO-Graubünden allen Alters- und Pflegeheimen im Raum Chur Heimzahnärzte für Prophylaxe und zahnmedizinische Notfälle zugewiesen. Diese Zahnärzte sind auch für die Instruktion des Pflegepersonals zur mundhygienischen Betreuung älterer Menschen zuständig: Zwei Dentalhygienikerinnen schulen das Personal von Heimen und Spitex.

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in den kommenden Jahren stark ansteigen. Die Schweizer Zahnärzte-Gesellschaft SSO betrachtet die zahnmedizinische Versorgung älterer Menschen als berufsethische Verpflichtung. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität der Betagten durch eine gute Mundhygiene zu fördern. Dazu verstärkt der Berufsverband die Prophylaxe-Bemühungen für Seniorinnen und Senioren. Gemeinsam mit Vertretern anderer Berufe erarbeitet die SSO beispielsweise Betreuungskonzepte oder Ausbildungsmaterialien für das Pflegepersonal.

Für weitere Auskünfte:

Marco Tackenberg, Presse- und Informationsdienst SSO, Tel. 031 310 20
80


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