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Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO

Rückgang der Karies in der Schweiz

Bern (ots)

Karies ist gesamtschweizerisch im Rückgang begriffen.
Dies bestätigt eine umfassende zahnmedizinische Untersuchung von 
Rekruten, publiziert in der neusten Ausgabe der Schweizer 
Monatsschrift für Zahnmedizin.
Im Jahr 2006 wurden 606 angehende Soldaten der Rekrutenschule Thun
mit einer standardisierten Methode klinisch und radiologisch 
untersucht. Die Resultate wurden mit früheren Erhebungen (1985 und 
1996) verglichen. Für die Erfassung des Kariesbefalls wird dabei 
weltweit der DMFT-Index verwendet. Er gibt die Summe der kariösen 
(D), wegen Karies fehlenden (M) und wegen Karies gefüllten (F) Zähne 
(T) an. Der ebenfalls verwendete DFS-Index gibt die Zahl der kariösen
und gefüllten Stellen im bleibenden Gebiss an.
Ziel der zahnmedizinischen Erhebung auf dem Waffenplatz Thun war 
es zu messen, ob der positive Trend beim Rückgang der Karies bei 
jungen Menschen anhält. Die untersuchten Rekruten stammten aus allen 
Landesgegenden und Bildungsschichten.
Die Untersuchung ergab eine erneute Abnahme des Kariesbefalls 
gegenüber 1996 um 37%:
1985 lag der durchschnittliche DMFT-Wert bei 9,7; 2006 betrug 
dieser nur noch 3,1. Der Anteil kariesfreier Rekruten erhöhte sich 
von 15,6% im Jahr 1996 auf 27,9% im Jahr 2006. Als Risikoindikator 
für Karies konnte klar das Rauchen ermittelt werden: Rekruten, die 
rauchten, hatten einen signifikant höheren Kariesbefall als 
Nichtraucher. Auch Rekruten mit ausländischen Wurzeln zeigten einen 
tendenziell höheren, statistisch aber nicht signifikanten 
Kariesbefall.
Die Untersuchung versuchte auch, die Kariesentwicklung zwischen 15
und 20 Jahren abzuschätzen. Dies anhand einer Gruppe von Rekruten, 
welche die obligatorische Schulpflicht im Kanton Zürich absolviert 
hatte. Der mittlere Kariesbefall der 20-jährigen Zürcher Rekruten 
wurde dem mittleren Kariesbefall von 15-jährigen Schülern aus dem 
Kanton Zürich, die fünf Jahre zuvor untersucht worden waren, 
gegenübergestellt. Durch Differenzbildung liess sich der 
Karieszuwachs zwischen 15 und 20 Jahren schätzen: Demnach ging der 
geschätzte Karieszuwachs seit den 1980er-Jahren (DFS-Zuwachs: 7,62) 
bis in den 2000er-Jahren (DFS-Zuwachs: 2,24) deutlich zurück. Die 
Ursachen für diesen Kariesrückgang lassen sich nicht wissenschaftlich
erhärten. Möglich sind zwei Gründe: Zum einen wurden im Jahr 2006 
mehr Fissurenversiegelungen festgestellt als 1996. Zum andern setzte 
bei den 1996 untersuchten Rekruten der Konsum des fluoridierten 
Speisesalzes (erhältlich seit 1983) erst im Alter von sieben Jahren 
ein. Die 2006 untersuchten Rekruten kamen dagegen seit der Geburt in 
den Genuss von fluoridiertem Speisesalz. Weder der Zeitpunkt des 
Zähnebürstens noch die Zahnbürsttechnik scheinen einen Einfluss auf 
die Zahngesundheit zu haben: Bei den Rekruten, die angaben, die Zähne
innerhalb von 15 Minuten nach dem Essen zu bürsten, war der 
Kariesbefall nicht signifikant geringer als bei Rekruten, die damit 
länger zuwarteten; Rekruten, die horizontal, vertikal oder kreisend 
bürsteten, unterschieden sich ebenfalls nicht signifikant im 
Kariesbefall. Rekruten aus der Deutschschweiz, die in Kindergarten 
und Primarschule von Schulzahnpflege-Instruktorinnen betreut worden 
waren, unterschieden sich zudem im Kariesbefall nicht von Rekruten 
aus der Romandie, wo deutlich weniger Instruktorinnen tätig sind.

Kontakt:

Felix Adank, Presse- und Informationsdienst SSO
Tel.: +41/31/310'20'80
e-Mail: info@sso.ch

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