Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO

Schweiz. Zahnärzte-Gesellschaft: Zähne schaffen Klarheit

    Bern (ots) - Zähne sind nicht nur Kauwerkzeuge und charmante Botschafter eines strahlenden Lächelns, Zähne schaffen auch Klarheit: Bei Katastrophen, Kriminalfällen und im Asylverfahren arbeiten forensisch-zahnmedizinische Expertinnen und Experten an der Identifizierung von toten wie lebenden Personen mit. Die neuste Ausgabe der Schweizer Monatszeitschrift für Zahnmedizin (1) beleuchtet die wichtige Arbeit dieser hoch spezialisierten Experten: forensische Zahnmedizin hilft nebst DNA-Analyse und Fingerabdruck mit, die Identität eines Menschen zweifelsfrei festzustellen.

    Die verheerende Tsunami-Flutwelle, die vor zwei Jahren unter anderem auch das thailändische Ferienparadies Phuket heimgesucht hat, ist noch nicht überwunden. Die international zusammengesetzten Disaster Victim Identification (DVI) Teams konnten bis heute über 90 % der in Thailand ums Leben gekommenen ausländischen Todesopfer identifizieren. Davon wurden 1445 forensisch-zahnmedizinisch identifiziert, was fast 80% der erfolgreichen Identifizierungen und über 70% der Gesamtopferzahl entspricht. Unter den Experten waren und sind auch Schweizer Zahnärzte.

    Der forensischen Odontologie kommt international grosse Bedeutung zu. Sie gehört heute zu den Standardmethoden für die Identifizierung unbekannter Opfer und findet Anwendung bei verschiedensten Massenkatastrophen. Dabei werden die noch erhaltenen Zähne der Opfer mit Zahnstatus und Röntgenbildern von vermissten Personen verglichen. Dies ist auch bei Opfern möglich, die bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind: Zähne und besonders Füllungen und Implantate können Temperaturen bis 1'200 Grad Celsius widerstehen!

    Neben der Personenidentifizierung befasst sich die forensische Zahnmedizin auch mit Kriminalfällen: Wenn Mörder am Tatort oder am Opfer Bissspuren hinterlassen, kann deren Analyse zur Überführung der Täter beitragen. Ein neues Betätigungsfeld der forensischen Zahnmedizin ist die Altersschätzung von Personen, die sich nicht ausweisen können oder wollen - hauptsächlich im Asylverfahren. Wenn Migrantinnen und Migranten bei ihrer Einreise in die Schweiz ungenügende oder unglaubwürdige Angaben über ihr Alter machen und über keine gültigen Papiere aus ihrem Herkunftsland verfügen, greifen die Behörden immer häufiger auf die forensische Bestimmung des Lebensalters zurück. Eine interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft für forensische Altersdiagnostik befragt und untersucht dann die Asylsuchenden, bestimmt ihre Masse und sexuellen Reifezeichen und versucht auch auf Grund der Zahn- und Knochenentwicklung, möglichst präzise ihr Alter zu bestimmen. In der Arbeitsgruppe sind deshalb nebst Rechtsmedizinern auch forensische Zahnmediziner und Radiologen vertreten.

    Die rechtsmedizinisch tätigen Zahnärzte sind in der Gruppe der "Forensischen Odontologen der Schweiz" zusammengeschlossen - ihre Arbeit wird angesichts zunehmender Klimakatastrophen und Migration weiter an Bedeutung gewinnen.

(1) Schweizer Monatszeitschrift für Zahnmedizin, Vol. 116 11/2006 "Zahnmedizin und Massenkatastrophen" S. 1208ff

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