The Leeds Teaching Hospitals

Ergebnisse einer Phase-III-Studie zeigen: Monotherapie mit Alemtuzumab (MabCampath(R)) ist Chlorambucil bei Behandlung nicht vorbehandelter Patienten mit B-CLL überlegen

    Leeds, England (ots/PRNewswire) -

    Daten einer internationalen Phase-III-Studie deuten an, dass, Patienten mit chronischer lymphatischer B-Zell-Leukämie (B-CLL) möglicherweise bald eine wirksamere Behandlungsmöglichkeit in einem früheren Krankheitsstadium zur Verfügung stehen könnte. Die finalen Daten der CAM 307 Studie wurden heute auf dem 48. Jahreskongress der American Society of Hematology in Orlando, Florida, USA, vorgestellt.1 Die Daten zeigen, dass Alemtuzumab  (MabCampath(R)) bei zuvor unbehandelten Patienten mit B-CLL Chlorambucil  als First-Line-Therapie hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens (PFS) überlegen ist. Bei Patienten, die Alemtuzumab erhielten, war die  Ansprechrate bei einem beherrschbaren Sicherheitsprofil insgesamt höher.  Auch sprachen mehr Patienten vollständig auf die Behandlung mit Alemtuzumab  an im Vergleich zu den Patienten, die mit Chlorambucil behandelt wurden.

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    "Diese Studie hat gezeigt, dass Alemtuzumab Chlorambucil als First-Line-Therapie überlegen ist", meint der leitende Prüfarzt Peter Hillmen, M.B., Ch.B, Hämatologe am Leeds General Infirmary in Leeds (Grossbritannien).

    Die Ergebnisse der offenen, randomisierten Studie zeigen, dass die Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Erkrankung unter Alemtuzumab länger war als unter Chlorambucil (p = 0,0001). Damit wurde der primäre Endpunkt der Studie erfüllt und das Risiko der Krankheitsverschlechterung oder des Todes unter Alemtuzumab gegenüber dem Chlorambucil-Arm der Studie um 42 Prozent gesenkt (p=0,0001). Bei den 297 Patienten betrug die allgemeine Ansprechrate (OPR) für Alemtuzumab insgesamt 83 Prozent und ist damit fast 30 Prozent höher als unter Chlorambucil (55 Prozent, p < 0,0001). Die Rate an kompletten Remissionen (CRR) war unter Alemtuzumab 12-mal so hoch wie unter Chlorambucil (24% im Vergleich zu 2%, p<0.0001). Chlorambucil ist ein Chemotherapeutikum, das vielfach zur First-Line-Behandlung der B-CLL eingesetzt wird.

    "Wir sind von der Wirksamkeit und Sicherheit von Alemtuzumab als Einzelwirkstoff zur Behandlung der CLL sehr beeindruckt. Diese Studie ermutigt uns, das gesamte Potenzial von Alemtuzumab in Kombinations- und Konsolidierungsbehandlungen zu untersuchen", meint Dr. Hillmen.

    Bei neun von insgesamt 34 Patienten, die vollständig auf die Behandlung mit Alemtuzumab ansprachen, war nach Behandlung keine minimale Resterkrankung (MRD) mehr nachzuweisen. Der Test auf B-CLL lag unter der Nachweisgrenze. Bei acht dieser neun MRD-negativen Patienten sprach die Behandlung dauerhaft an. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von zwei Jahren konnte bei diesen Patienten kein Fortschreiten der Erkrankung nachgewiesen werden. Keiner der drei Patienten, die mit Chlorambucil behandlet wurden, und die vollständig auf die Behandlung ansprachen, erreichten einen MRD negativen Status. Studien deuten daraufhin, dass eine Reduktion der MRD unter die Nachweisgrenze zu erreichen ist und mit einer längeren behandlungsfreien und Gesamtüberlebenszeit einhergeht.

    Hinsichtlich Thrombozytopenie 3.-4. Grades (relativ wenige Blutplättchen im Blut), Anämie (Mangel an roten Blutkörperchen und/oder Hämoglobin) oder febriler Neutropenie (Fieber bei zu wenig weissen Blutkörperchen) wurden keine wesentliche Unterschiede festgestellt. Es wurden statistisch signifikante Unterschiede bei der Häufigkeit von Neutropenie 3.-4. Grades (zu wenig weisse Blutkörperchen eines bestimmten Typs (neutrophile Granulozyten)), Leukopenie (Abfall der Anzahl weisser Blutkörperchen im Blut) und Lymphopenie (zu wenige Lymphozyten im Blut) zwischen den Alemtuzumab- und Chlorambucil-Patientengruppen festgestellt.

    Bei Patienten, die Alemtuzumab erhielten, waren die häufigsten behandlungsbedingten, unerwünschten Ereignisse 3.-4. Grades infusionsbedingte Reaktionen bei intravenöser Gabe, inklusive Fieber und Schüttelfrost. CMV-bedingte Fieberepisoden traten bei nur 16 Prozent der Patienten auf und wurden antiviral behandelt. Bei den Patienten, die Alemtuzumab erhielten, traten keine behandlungsbedingten Todesfälle auf. Bei Patienten, die Chlorambucil erhielten, kam es zu einem behandlungsbedingten Todesfall.

    Informationen zu dieser Studie

    In die offene, randomisierte Studie wurden 297 zuvor unbehandelte Patienten mit fortschreitender, behandlungsbedürftiger Erkrankung an 44 medizinischen Zentren in Europa und den USA eingeschlossen. Die Patienten erhielten entweder maximal 12 Wochen lang (einschliesslich Phasen zur Dosiseskalation) dreimal wöchentlich 30 mg Alemtuzumab i.v. oder alle 28 Tage 40 mg/m2 Chlorambucil p.o. über maximal 12 Zyklen.

    Primäres Untersuchungskriterium war das progressionsfreie Überleben. Zu den sekundären Untersuchungskriterien zählten Sicherheit, Gesamtremissionsrate und die Rate der kompletten Remissionen sowie die Überlebenszeit insgesamt.

    Die Studie wurde von der Genzyme Corporation und der Schering AG finanziert. Leeds General Infirmary war eine klinische Prüfungsstelle der Studie CAM 307.

    Informationen über die CLL

    CLL ist eine Krebsart, bei der das Knochenmark zu viele Lymphozyten (eine bestimmte Art weisser Blutkörperchen) produziert. Zu den Symptomen zählen eine Vergrösserung von Lymphknoten, Leber oder Milz, Müdigkeit, abnormale Hämatombildung, starkes Schwitzen sowie Appetit- und Gewichtsverlust. Die Patienten sind ausserdem für Schwächungen des Immunsystems anfällig und somit einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt. In Europa und den USA leiden ca. 120.000 Menschen an CLL. Sie ist damit die häufigste Leukämieform bei Erwachsenen. Die Krankheit tritt häufig während oder nach der Lebensmitte und fast nie bei Kindern auf. Bei der CLL sammeln sich zu viele funktionell unreife weisse Blutkörperchen (Lymphozyten) in Knochenmark, Blut, lymphatischem Gewebe und anderen Organen. Im Blut gibt es zwei Arten von Lymphozyten (B-Zellen und T-Zellen). In ca. 95 Prozent der Fälle von CLL sind die B-Zellen entartet. Da diese B-Zellen eine verlängerte Lebensdauer haben, steigt ihre Zahl. Sie verdrängen gesunde weisse Blutkörperchen, rote Blutkörperchen und Thrombozyten. Die Ansammlung funktionell unreifer Zellen im Knochenmark verhindert die Bildung gesunder Zellen und kann zum Tod führen.

@@start.t1@@      Literatur:
      1. Hillmen et al. Alemtuzumab (CAMPATH(R), MABCAMPATH(R)) Has Superior
          Progression Free Survival (PFS) vs. Chlorambucil as Front-Line Therapy
          For Patients with Progressive B-Cell Chronic Lymphocytic Leukemia
          (B-CLL)), Presented at the 48th Annual Meeting of the American Society
          of Hematology 2006. Abstract #301.@@end@@

ots Originaltext: The Leeds Teaching Hospitals
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