Winterhilfe Schweiz / Secours suisse d'hiver / Soccorso svizzero d'inverno

71. Delegiertenversammlung der Winterhilfe Schweiz: Beeindruckende Unterstützungsleistungen

    St. Gallen (ots) - Trotz gegenwärtigen wirtschaftlichen Aufschwungs klafft die Schere zwischen Arm und Reich weiterhin stark auseinander. So mussten im letzten Jahr in 6'300 Fällen Menschen in Not eine Unterstützung des Hilfswerkes in Anspruch nehmen; den Grossteil machen junge Familien und allein Erziehende aus. Insgesamt beliefen sich die Direkthilfen der Winterhilfe im Geschäftsjahr 2006/2007 auf vier Mio. Franken. Das Hilfswerk sammelt traditionell vom 15. Oktober bis 17. November 2007.

    Eine grosse Zahl von Familien in unserem Lande gerät wegen ihrer geringen finanziellen Möglichkeiten bei unvorhersehbaren Ausgaben in Notlage und ist auf einen finanziellen Beitrag oder eine Sachleistung der Winterhilfe angewiesen. Wie Monika Weber, a. Ständerätin und Zentralpräsidentin der Winterhilfe Schweiz, an der Delegiertenversammlung vom 25. Oktober 2007 in St. Gallen erläuterte, wachse mit den Veränderungen in der Arbeits- und Lebenswelt die Verunsicherung. Vollbeschäftigung und tragfähige familiäre Netze als Grundlage für wirtschaftliche Sicherheit seien immer weniger selbstverständlich. Immer mehr Menschen würden zumindest vorübergehend in Armut geraten, weil sie ihre Arbeitsstelle verlieren oder ihre Beziehung auseinander bricht.

    Monika Weber betonte weiter, dass die Schweiz über ein im Vergleich zu Krisenländern hervorragendes Fürsorge-, Gesundheits- und Alterswesen verfüge. Trotzdem gebe es enorm viele Menschen in unserem Lande, die zwischen Stuhl und Bank fallen, die keine Arbeit haben, aus gesundheitlichen Problemen nicht herauskommen und nicht mehr ein noch aus wissen. Und es gebe verzweifelte junge Menschen, die einfach nicht mehr können und für deren Familien eine Riesenbelastung bedeuten. Der Erfolg der andern, das Prestigebewusstsein derjenigen, die genug Geld und einen tollen Arbeitsplatz haben, tue den Verlierern weh und lasse ihre Situation aussichtslos erscheinen. Mit einem finanziellen Zustupf könne die Winterhilfe in solchen Situationen oft den Glauben an die eigenen Kräfte stärken. Gerade die moralische Seite einer Hilfeleistung dürfe denn auch nicht vernachlässigt werden.

    Beiträge zur Sicherung absolut existenzieller Bedürfnisse

    Im Geschäftsjahr 2006/2007 wurden die Winterhilfe-Stellen in 7'000 Fällen um eine Unterstützung angefragt. 55 Prozent der Anfragen erfolgten über Institutionen, 45 Prozent der Hilfesuchenden gelangten direkt an das Hilfswerk. Zehn Prozent der Gesuche mussten mangels ausreichender Unterlagen oder nicht ausgewiesener Notlagen abgelehnt werden. In der Mehrzahl wurden Familien unterstützt. In den von der Winterhilfe unterstützten Haushalten leben beinahe 14'000 Personen, darunter 6'200 Kinder.

    Die Winterhilfe finanziert in erster Linie Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinische Grundversorgung. Für einen wesentlichen Teil der Bevölkerung bedeutet nur schon die Sicherung des alltäglichen Bedarfs eine dauernde Gratwanderung. In 17 Prozent der Fälle beteiligte sich die Winterhilfe an den Gesundheitskosten und in weiteren 17 Prozent der Fälle übernahm das Hilfswerke Wohnkosten wie Miete, Heiz- oder Umzugskosten. Bedeutsam ist die Bettenaktion geblieben. Die Winterhilfe stellte in 16 Prozent der Fälle insgesamt 1'503 komplette Betten, 1'361 Bettgestelle, Matratzen oder Bettwäsche zur Verfügung oder beteiligte sich an der Anschaffung von dauerhaften Konsumgütern wie Waschmaschine oder Kochherd.

    Unterstützungstätigkeit mit neuen Akzenten

Die Winterhilfe trägt nicht nur zur Finanzierung absolut existenzieller Bedürfnisse bei, sondern fördert zusätzlich die Teilhabe am Erwerbs- und Sozialleben. Mit nachhaltigen Unterstützungsleistungen soll die Situation von Gesuchstellenden längerfristig verbessert werden. Denn es ist der grösste Wunsch von Menschen in belastenden Lebensumständen, auf eigenen Beinen stehen zu können.

    Die Winterhilfe unterstützte deshalb bei 306 Anfragen eine Aus- oder Weiterbildung und wirkte in 417 Fällen dem gesellschaftlichen Ausschluss etwa durch die Vermittlung von Ferien, die Finanzierung von Musikunterricht oder Lagern für die Kinder entgegen. Nicht immer reicht eine materielle Unterstützung aus, oft ist auch eine Beratung notwendig. Insgesamt fanden über 2'500 Beratungsgespräche statt, wobei das Schwergewicht auf der Information über weitergehende Hilfemöglichkeiten lag.

    Menschen im berufstätigen Alter als Gesuchsteller der Winterhilfe

    Das Bild der Winterhilfe als Bergbauernhilfe oder als Hilfe für die ältere Bevölkerung stimmt schon lange nicht mehr. Im Vordergrund stehen eindeutig die "neuen Armen", Alleinstehende und Familien mit zu geringem Verdienst (Working Poor) und zunehmend auch allein erziehende Mütter. Bedeutsam geblieben sind als weitere Ursache einer Notlage nach wie vor Krankheit, Unfall oder Invalidität. Ein ungenügendes Alterseinkommen wird hingegen in nur fünf Prozent der Fälle als Grund eines Unterstützungsgesuchs genannt.

    Die traditionelle Herbstsammlung des ZEWO-anerkannten Hilfswerks unter dem Titel "Manchmal braucht es wenig" findet vom 15. Oktober bis 17. November 2007 statt.

    Spendenkonto: PK 80-8955-1 oder online via www.winterhilfe.ch

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ots Originaltext: Winterhilfe Schweiz
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