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Großes internationales Register für stabile koronare Herzkrankheit zeigt, dass viele Patienten eine zu hohe Ruheherzfrequenz haben

Paris (ots/PRNewswire) - Die Ergebnisse des CLARIFY-Registers, dem grössten internationalen Register, das je für ambulante Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK) angelegt wurde, zeigen, dass trotz des sehr weiten Einsatzes von beta-Blockern ein Drittel der KHK-Patienten eine Ruheherzfrequenz von 70 bpm (Schläge/min. - engl. beats per minute)[1] aufwies. Das ist eine Herzfrequenz, die nachweislich mit einer höheren Prävalenz und Schwere von Angina pectoris und Herzinfarkten in Verbindung steht.[2] Die Ergebnisse des CLARIFY Registers, das mehr als 30.000 Patienten aus 45 Ländern weltweit einschliesst, werden heute auf dem Kongress der European Society of Cardiology (dt.: Europäische Kardiologengesellschaft) vorgestellt.

Die KHK ist weiterhin die weltweit führende Todesursache.[3] Ein besseres Verständnis für die Behandlung und Beschwerden dieser Patienten ist von höchster Bedeutung für eine Reduktion der Krankheitsbelastung.

Das CLARIFY Register (ProspeCtive observational LongitudinAl RegIstry oF patients with stable coronary arterY disease) wurde zur Erweiterung unseres Wissens und Verständnisses bezüglich der KHK erstellt und beinhaltet zudem die Untersuchung zur Rolle der Herzfrequenz bei der Prognose von KHK-Patienten. Das Register soll die Behandlung des Krankheitsbildes der KHK verbessern, in dem Lücken zwischen bestehenden Evidenzen und tatsächlicher Praxis ermittelt werden.

33.649 Patienten sind weltweit zwischen November 2009 und Juli 2010 in CLARIFY eingeschlossen worden. Das Durchschnittsalter der Patienten, von denen 77,5% Männer waren, lag bei 64plus or minus11 Jahren. Die durchschnittliche Herzfrequenz lag bei 68,3plus or minus10,6 bpm, während die EKG-abgeleitete Herzfrequenz 67,2plus or minus11,5 bpm betrug. 44% der Patienten wiesen eine Ruheherzfrequenz von greater than or equal to 70 bpm auf. Darüber hinaus wurde davon unabhängig in bereinigten Analysen eine Herzfrequenz von >70 bpm mit einer höheren Prävalenz und Schwere von Angina pectoris Anfällen verbunden, sowie mit einem häufigeren Nachweis von Ischämien.

"Wir wissen seit einigen Jahren, dass die Herzfrequenz ein potenziell wichtiger Risikofaktor für die KHK ist, jedoch gab es bisher relativ wenig Informationen bezüglich der Herzfrequenz von ambulanten KHK-Patienten," sagt der CLARIFY-Vorsitzende Professor Gabriel Steg vom Hôpital Bichat Paris, Frankreich. "Wir können nun zum ersten mal sehen, dass viele KHK-Patienten viel zu hohe Ruheherzfrequenzen aufweisen. Auswertungen von CLARIFY und andere externe Evidenzen früherer Quellen zeigen, dass dies mit schlechterer Symptomatik und schlechterem klinischen Ausgang assoziiert ist. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass eine strengere Einstellung der Ruheherzfrequenz mit Hilfe von frequenzsenkenden Medikamenten, KHK-Patienten durch eine verbesserte Kontrolle der Symptome und eine Verbesserung des klinischen Ausgangs nützen kann."

Aspirin und Statine wurden von mehr als 90% und beta-Blocker von 75% der Patienten eingenommen, was auf eine weite Verbreitung einer evidenzbasierten Medikation zur Sekundärprävention hinweist. "Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass die Mehrheit der KHK-Patienten eine Behandlung erhält, die den Leitlinien entspricht," sagt Prof. Steg. "Die Ergebnisse, die heute präsentiert wurden, sind nur der Anfang - CLARIFY hat einen fünfjährigen prospektiven Beobachtungszeitraum, und wir werden jedes Jahr wichtige neue Erkenntnisse gewinnen.

Das CLARIFY-Register wird durch einen educational grant von Servier finanziert. Die Daten werden am Robertson Centre for Biostatistics in Glasgow, Vereinigtes Königreich, unter der Führung von Prof. Ian Ford gesammelt und ausgewertet. Die Studie selbst wird unter der Leitung eines akademischen Lenkungsausschusses unter dem Vorsitz von Prof. P. G. Steg durchgeführt.

Hinweise an Herausgeber

Koronare Arterienkrankheit (KHK)

Die koronare Herzkrankheit, auch bekannt unter der Bezeichnung ischämische Herzkrankheit, ist die häufigste aller Herzkrankheiten. Die KHK ist die häufigste Todesursache weltweit und wird es, Prognosen zufolge, auch in den nächsten 20 Jahren bleiben.[3] Jährlich sterben ungefähr 3,8 Millionen Männer und 3,4 Millionen Frauen an KHK[4] und 2020 wird die Krankheit Schätzungen zufolge für insgesamt 11,1 Millionen Todesfälle pro Jahr weltweit verantwortlich sein.[3]

Eine KHK kann jahrelang unentdeckt bleiben und sich dann plötzlich als akuter Herzinfarkt äussern. Auch wenn die KHK eine schleichend verlaufende Krankheit sein kann, so leidet doch die Mehrheit der Patienten an Symptomen. Eine KHK verursacht bei körperlicher Betätigung und anderen Faktoren Angina-pectoris Brustschmerzen und kann zu Herzinsuffizienz führen, was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Trotz Veränderungen des Lebensstils und Fortschritten im medizinischen Bereich bleibt die KHK ein weltweites Gesundheitsproblem, und das Bedürfnis nach neuen und wirksamen präventiven Behandlungsmassnahme ist gross.

Patientenregister für Herz- und Gefässkrankheiten

Der Zugang zu Daten (bzgl. der Therapieformen, Interventionsformen, Behandlungsmethoden und Ergebnisse bei der grösstmöglichen Anzahl von Patienten) ist wertvoll, wenn man auf die Definition eines Goldstandards für die Behandlung von kardiovaskulären Krankheiten hinarbeiten möchte. Patientenregister (prospektive Gesundheitsumfragen) sind eine der wichtigsten Quellen für solche Daten.

Literaturhinweise

[1] Steg G. Heart rate, anginal symptoms, and the use of beta-blockers in stable coronary artery disease outpatients. The CLARIFY registry. ESC 2011, Abstract number 2092.

[2] Fox K, Ford I, Steg PG, Tendera M, Robertson M, Ferrari R; BEAUTIFUL Investigators. Heart rate as a prognostic risk factor in patients with coronary artery disease and left-ventricular systolic dysfunction (BEAUTIFUL): a subgroup analysis of a randomised controlled trial. Lancet. 2008;372:817-821.

[3] Mathers CD, Loncar D. Projections of global mortality and burden of disease from 2002 to 2030. PLoS Med. 2006;3:e442.

[4] WHO. The global burden of disease: 2004 update. Erhältlich unter: http://www.who.int/healthinfo/global_burden_disease/2004_repor t_update/en/index.html .

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