Angestellte Schweiz / Employés Suisse

Perspektiven für den Mittelstand: Ansichten - Einsichten - Aussichten

Zürich (ots) - Ziel der heutigen Herbsttagung der Angestellten Schweiz im Berner Kursaal war es, den abstrakten Begriff "Mittelstand" mit "Inhalt zu füllen", wie Stefan Studer, Geschäftsführer der Angestellten Schweiz in seinem Referat betonte.

Einsichten vermittelte der Politwissenschaftler Michael Hermann. Er betonte, dass die Schweiz ein typisch mittelständisches Land sei. "Wir haben in der Schweiz eine weltweit einmalige Mittelstandsgesellschaft", betonte Hermann. Verantwortlich dafür ist zu weiten Teilen unser duales Bildungssystem. "Die Berufslehre schafft Zugang zum Mittelstand." Für Hermann ist die Schweiz fast genuin eine mittelständische Gesellschaft. Wurzel davon ist der ausgeprägte Föderalismus in der Schweiz - die dezentrale Machtstruktur. Und die kleinteilige Siedlungsstruktur verhindere Machtkonzentration. "Klassenunterschiede werden in den grossen Städten produziert - in der Schweiz haben wir eine kleinteilige Siedlungsstruktur. Wenig Aristokratie und wenig Hierarchien."

Globalisierung übt Druck auf unsere Gesellschaft aus

Hermann vermittelte auch Aussichten für den Mittelstand. Er sieht "die Mittelstandsgesellschaft herausgefordert". Die Globalisierung übt Druck auf unseren mittelständischen Gemeinsinn aus: Das Milizsystem und das Lohngefüge geraten und Druck. Ebenso unser duales Bildungssystem wird durch die Internationalisierung zurückgedrängt. Als Antwort auf die Globalisierung sieht Hermann den "Swissness". Es werde wichtig, Schweizer Identität und Werte den Zuwanderern zu vermitteln.

Auch die ökonomischen Gesichtspunkte beleuchtete Hermann. Er wies darauf hin, dass bei den Bruttoeinkommen der Erwerbstätigen die Schweiz im internationalen Vergleich eine sehr geringe Ungleichheit ausweise. Das impliziert eine breite Mittelschicht. Die Wirtschaft generiere bis heute keine sehr grossen Unterschiede. "Bei uns verdienen aus der Wirtschaft heraus die Menschen ähnlich viel", sagte Hermann.

Staat trägt wenig zur Gleichheit bei

Anders sieht es beim verfügbaren Einkommen aus (also nach Abzug der Steuern, Abgaben und Sozialtransfers). Da sei die Ungleichheit grösser. "Der Wohlfahrtsstaat trägt weniger zum Ausgleich der Lohnunterschiede bei, als in den meisten anderen OECD-Ländern - da besteht Handlungsbedarf", so Hermann.

Die Einkommensgleichheit sei wichtig für die Zufriedenheit der Menschen, sagte Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftlehre. "Ungleiche Gesellschaften machen die Menschen unglücklich", sagte der Glücksforscher. Ebenso sei hohe Arbeitslosigkeit ein Faktor, der die Menschen unglücklich mache.

Einsatz für Mittelstand

Gegen solch negative Tendenzen will sich der Verband Angestellte Schweiz einsetzen. "Wir wollen dem Mittelstand eine Heimat bieten. Seine Interessen bündeln und ihm eine Stimme geben", sagte Stefan Studer, Geschäftsführer der Angestellten Schweiz in seinem Referat weiter. "Wir verstehen uns nicht mehr nur als Interessenvertreter unsere Mitglieder gegenüber den Arbeitgebern. Vielmehr wollen wir die Interessen der Angestellten so wahrnehmen, dass sie sich den rasant veränderten Arbeitsbedingungen und Arbeitsverhältnissen anpassen können", sagte Stefan Studer, der Geschäftsführer der Angestellten Schweiz weiter.

Kontakt:

Reto Liniger, Kommunikation Angestellte Schweiz, Natel 079 467 22 77



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