STIFTUNG FÜR DAS TIER IM RECHT

Tierquälereien kaum verfolgt - Studie belegt Nachholbedarf. Die TIER-CD-ROM für besseren Tierschutz

      Bern/Zürich  (ots) - Tierquälereien werden in der Schweiz zu
lasch geahndet. Dies belegt ein auswertender Bericht der Stiftung für
das Tier im Recht, welcher heute der Öffentlichkeit vorgestellt
worden ist (1). Die am häufigsten ausgesprochenen Bussen für
Tierquälereien im Jahr 2003 betragen bloss 500 Franken, für andere
Tierschutzwidrigkeiten (Übertretungen) 400 Franken. Damit liegt die
Strafe für Tierdelikte hinter den restlichen Bussen von median 600
Franken zurück (BA für Statistik). Bei 17 Kantonen beträgt die Anzahl
von Tierschutzfällen während 1999 - 2003 (von gesamthaft 1'923 dem
Bundesamt für Veterinärwesen gemeldeten Fällen) weniger als 0,5 Fälle
pro 10'000 EinwohnerInnen und Jahr. Dabei beträgt der
gesamtschweizerische Durchschnitt von 0,52. Die Liste der Kantone mit
den häufigsten Tierschutzstrafentscheiden pro Kopf wird mit 1,5
Fällen pro Jahr und 10'000 EinwohnerInnen (seit 2001) von St. Gallen
angeführt. Dort vertritt seit 2000 das Tierschutzamt die Tiere im
Strafverfahren. Kurz darauf folgt der Kanton Zürich mit 0,94 Fällen,
wo seit mehr als zehn Jahren der Tieranwalt amtet. Am besten wird das
Rindvieh strafrechtlich geschützt (526 Fälle mangelhafter Haltung und
Pflege und 399 wegen Anbindehaltung), wohl vor allem deshalb, weil
schlecht gehaltenes Rindvieh Kürzungen von Direktzahlungen nach sich
zieht. Erst an dritter Stelle folgen die Hunde (240). Mit 13 Fällen
von 1993 bis 2003 wurden praktisch keine Verstösse im
Tierversuchsbereich geahndet. Grundlage des auswertenden Berichts
bilden sämtliche dem Bundesamt für Veterinärwesen gemeldeten
Entscheide im Tierschutzstrafrecht von 1993 - 2003 sowie die Fälle
des Zürcher Tieranwalts 1999 - 2003, welche alle anonymisiert und
zusammengefasst auf der Datenbank unter
http://www.tierimrecht.org/de/faelle/ kostenlos abgerufen werden
können.

    Für die Stiftung für das Tier im Recht sind die ausgesprochenen Bussen von median 500 Franken bei Tierquälereien nicht abschreckend und griffig genug. Auch verlangt sie wegen der häufig unrichtigen Anwendung des Tierschutzrechts eine stärkere Aus- und Weiterbildung der Strafverfolgungsbehörden in diesem Bereich sowie eine Parteistellung des Tierschutzes in Form eines unabhängigen Tieranwalts für alle Kantone.

    Auch zur Bekämpfung der bestehenden Missstände bei Strafverfolgungsbehörden und Vollzugsverantwortlichen hat die Stiftung für das Tier die TIER-CD-ROM erstellt, die ebenfalls heute der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Erst- und einmalig enthält die TIER-CD-ROM auf einen Klick sehr viel Wissenswertes über das Tier in Recht und Gesellschaft: aktuelle Texte und Interviews über die Lebensumstände von Heim-. Nutz-, Versuchs- und Wildtieren; alles Rechtserlasse und Merkblätter zum Tier im Recht, die Datenbank mit 2'800 Schweizer Tierschutz-Straffällen, ein Kapitel für Vollzugsbehörden und die virtuelle Bibliothek mit den Angaben über 3'700 Beiträgen. Und: Kunstwerke, Gedichte und Zitate, Spiele und Musik! Sie dient allen, denen das Tier ein Anliegen ist oder die beruflich mit Tieren zu tun haben, also Tierhaltende, TierärztInnen, Schulen aller Stufen, Vollzugsorgane im Tierschutz, Strafverfolgungsbehörden, Medienschaffende sowie Tierschutz- und tiernahe Organisationen. Mit der TIER-CD-ROM leistet die Stiftung für das Tier im Recht einen Beitrag für ein besseres Verständnis der Mensch-Tier-Beziehung in Gesellschaft und Recht. Ziel aller Projekte der Stiftung für das Tier im Recht: die Beziehung zwischen Tieren und Menschen in Recht und Gesellschaft zu verbessern.

    Die TIER-CD-ROM kann bereits jetzt unter info@tierimrecht.org zu 24 Franken zuzüglich Versandkosten bestellt werden. Lieferbar ist sie gegen Ende Oktober. Für Medienschaffende steht ein Rezensionsexemplar zum Versand bereit; es handelt sich um eine limitierte Vorversion, welche vorerst auf PC, in der Schlussfassung auch auf Mac funktioniert.

    (1) Der Bericht: "Tendenzen bei der strafrechtlichen Beurteilung von Tierschutzwidrigkeiten in der Schweiz 1993 - 2003" kann ab sofort unter www.tierimrecht.org bezogen werden.

ots Originaltext: Stiftung für das Tier im Recht
Im Internet recherchierbar: www.presseportal.ch

Kontakt:
Dr.iur. Antoine F. Goetschel oder
Dr.iur. Gieri Bolliger
Tel. +41/43/443'06'43



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