SwissICT

Fusion der schweizerischen ICT-Verbände vorerst gescheitert

Enttäuschung bei IT-Grossverbänden - weiteres Vorgehen offen Zürich (ots) - Die geplante Fusion der drei Verbände ICTswitzerland, SwissICT und SI zu einem neuen grossen Branchen- und Dachverband ist gescheitert. Dies im Wesentlichen aufgrund der ablehnenden Haltung des Telco-Verbands asut. Nur sechs von 21 Verbänden haben die Fusion abgelehnt (21 von 56 Stimmen). Trotzdem reichte dies nicht für die zur Fusion benötigte 75 Prozent-Mehrheit. Auch in der Generalversammlung der SI wurde das Quorum von 75 Prozent nicht erreicht (68 Prozent Zustimmung). Der Fusion zugestimmt hat hingegen die Generalversammlung des grössten schweizerischen Verbands der Informations- und Kommunikationstechnologie, SwissICT (98 Prozent Zustimmung). Was sich bereits im Vorfeld der am 19. März 2009 gleichentags durchgeführten Generalversammlungen von SwissICT und SI (Schweizer Informatik Gesellschaft) sowie der Delegiertenversammlung des Dachverbands ICTswitzerland abzeichnete, ist eingetreten: Der geplante Zusammenschluss des Dachverbands ICTswitzerland mit den Informatikverbänden SwissICT und SI kommt vorderhand nicht zustande. Dies aufgrund der ablehnenden Haltung des Telco-Verbands asut (14 von 56 Stimmen) sowie der Verbände aus der Romandie und dem Tessin (5 von 56 Stimmen). Mit 98 Prozent Zustimmung deutlich angenommen wurde der Fusionsvertrag hingegen an der GV von SwissICT, dem grössten schweizerischen Verband der Informations- und Kommunikationstechnologie. Chancen vertan Laut Dr. Thomas Flatt, Präsident SwissICT und einer der wichtigsten Promotoren der IT-Verbands-Konsolidierung, ist das Scheitern der Fusion für die IT-Branche von Bedeutung: "Primäres Ziel der geplanten Fusion war es, die heterogene IT-Verbandslandschaft zu konsolidieren und durch die Bildung einer gesamtschweizerischen IT-Branchenorganisation zukünftig mit einer gemeinsamen und starken Stimme aufzutreten. Eine solche Konsolidierung wurde insbesondere von den grossen IT-Anbietern, IT-Arbeitgebern und von Seiten der Politik gewünscht. Die dringend notwendige Professionalisierung des IT-Verbandsumfeldes ist nur mit Unterstützung der Industrie möglich. Deren Forderung, einen starken Branchenvertreter zu schaffen, wurde von den Verbandsfunktionären nicht genügend ernst genommen." Nicht erfreut über das Verdikt zeigt sich auch André Golliez, Präsident SI: "Die ablehnende Haltung einiger Branchenkollegen ist zu akzeptieren. Aber sie führt dazu, dass die schweizerische ICT-Verbandslandschaft bis auf weiteres verzettelt bleibt. Ausgesprochen wichtig wäre jedoch, unserer Branche, die laut Bundesamt für Statistik doch immerhin für 5,5 Prozent Bruttowertschöpfung am schweizerischen Bruttosozialprodukt verantwortlich ist, eine starke Stimme zu geben. Es wäre dringend nötig, das bisher ungenügende, verzettelte und nicht konzertierte Lobbying des ICT-Sektors zu professionalisieren." Wie geht es weiter? Die Schaffung einer gesamtschweizerischen Identität der ICT-Branche dürfte bis auf weiteres ad acta gelegt sein. Allerdings ist denkbar, dass in einer nächsten Phase eine Konsolidierung innerhalb der eigentlichen IT-Verbände in Betracht gezogen wird. Dies in enger Absprache zwischen den Verbänden SwissICT und SI. Dazu Thomas Flatt: "Wir waren bereit, unsere Assets, die weit über dem Vermögen und den Mitgliederzahlen der Partner-Organisationen liegen, in einen fusionierten Verband einzubringen. Dies macht deutlich, dass uns primär das Wohl unserer Branche am Herzen liegt. Angesichts dieser Tatsache wird klar: Wir bleiben offen für weitere Partnerschaften und hoffen, das anvisierte Ziel - wenn auch mit einer gewissen Verzögerung - doch noch zu erreichen." Resultate der Abstimmungen zur ICT-Verbandsfusion: ICTswitzerland Verbände - Anwesende Verbände = 18 - Ja-Stimmen = 12 - Nein-Stimmen = 6 - Enthaltungen = 0 ICTswitzerland Stimmen - Anwesende Stimmrechte = 53 - Quorum = 38 - Ja-Stimmen = 32 - Nein-Stimmen = 21 - Enthaltungen = 0 SwissICT - Anwesende Stimmrechte = 120 - Ja-Stimmen = 117 - Nein-Stimmen = 2 - Enthaltungen = 1 SI - Anwesende Stimmrechte = 60 - Ja-Stimmen = 41 - Nein-Stimmen = 19 - Enthaltungen = 0 ots Originaltext: SwissICT Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Dr. Thomas Flatt Tel.: +41/43/259'34'04 E-Mail: thomas.flatt@abraxas.ch SwissICT Vulkanstrasse 120 8048 Zürich Tel.: +41/43/336'40'20 E-Mail:info@swissict.ch Internet: www.swissict.ch

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