Medienfachverlag Oberauer GmbH

Mehr Handys als Zahnbürsten - Journalismus kreativ wie nie

Wien (ots) - Ausgerechnet Google-News-Chef Richard Gingras sprach bei der Eröffnung des 15. European Newspaper Congresses im Wiener Rathaus von einer "Renaissance der Kreativität im Journalismus". Die brauche es in einer Zeit, in der mehr Handys verkauft werden als Zahnbürsten. Trotz der Nachrichtenflut in der Post-PC-Welt sei "die Zukunft des Journalismus besser als seine Vergangenheit".

500 Chefredakteure und Medienmanager aus ganz Europa diskutieren die aktuellen Entwicklungen in ihrer Branche. Schwerpunkt der Tagung sind unter anderem Change Management in Medienhäusern und Roboterjournalismus.

Bereits jetzt sei "die Geschwindigkeit der Medien zwar mächtig, aber für die Menschen unverdaulich", sagte Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe. In den Medienhäusern werde zu sehr auf Reichweite und Auflage geschielt: "Wichtig ist nur, wie viele zahlende Kunden wir haben." In der Neuen Zürcher Zeitung fürchtet man sich nicht, bestätigt Dengler: Wir wollen die NZZ nicht neu erfinden, wir werden unser Geschäftsmodell unterschiedlicher Nachrichtenkanäle neu auf der Grundlage unseres Kerngeschäfts entwickeln: Qualität und freier Journalismus."

Die Angst in Medienhäusern vor Veränderungen beschrieb der Wiener Kommunikationsberater Wolfgang Rosam. In Medienhäusern laufe die Change Kommunikation besonders schlecht, obwohl gerade dort die Kommunikation über Veränderungen früher angesetzt werden sollte als in anderen Unternehmen. Rosam fordert: "Maximum an ehrlicher Information, hundertprozentige Transparenz, keine Schönfärberei. Change Informationen keinesfalls in kleinen Dosen."

Eine kreative Innovation des altehrwürdigen Amsterdamer Handelsblad stellte Jelle Prins vor: Ein App, das nur knapp zehn Artikel des Handelsblad durch ein Mail täglich um 4 Uhr früh anbietet. Die Inhalte dürfen aber gratis in den Social Media geteilt werden. Die App bringt Videos und Fotostrecken, die beschränkte Zahl von knapp zehn Artikeln "soll den Menschen die Zufriedenheit geben, dass sie die Zeitung fertig gelesen haben".

Der European Newspaper Congress, der bis Dienstag, 6. Mai tagt, wird vom Medienfachverlag Johann Oberauer und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland, veranstaltet. Mitveranstalter ist die Stadt Wien. Kooperationspartner wie Austria Tabak/JTI, OMV, der Verband Österreichischer Zeitungen, Industriellenvereinigung und WKO unterstützen maßgeblich die Veranstaltung.

Kontakt:

Johann Oberauer,johann.oberauer@oberauer.com, Tel. +43 664 2216643



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