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Schwere Vorwürfe gegen Leyendecker, Ott und Richter

Hamburg (ots) - "Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter haben durch grob unwahre Berichterstattung ihre eigene investigative Leistung in den Augen der Leser übertrieben und Gerhard Gribkowskys Verhalten der SZ und der Staatsanwaltschaft gegenüber in journalistisch unzulässiger, entwürdigender Weise falsch dargestellt", erklärt der Düsseldorfer Soziologe und Publizist Hersch Fischer in einem Schreiben an die Jury des Henri-Nannen-Preises, das dem Journalistenportal "Newsroom.de" vorliegt.

Und weiter: "Die groben Fehler in der SZ-Berichterstattung zur Formel 1-Affäre stehen der Würdigung dieser Berichte mit einem Henri Nannen Preis für die beste investigative Leistung krass entgegen."

Fischler hat in mühevoller Kleinarbeit Fact-Checking an den Beiträgen von Ott, Richter und Leyendecker und an den Äußerungen der Jury betrieben.

Fischlers deutliches Urteil:

"Die angeblich preiswürdige, meisterhafte, investigative Leistung der drei SZ-Journalisten war im Gegensatz zur Jury-Begründung tatsächlich nicht gegeben, weil Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter ihre anfängliche investigative Rechercheleistung sehr schnell durch grob unwahre Berichterstattung und fragwürdige Kooperation mit der Staatsanwaltschaft entwerteten. Sie stempelten Gerhard Gribkowsky als verdächtigen Gierbanker ab und machten ihn von vorne herein unglaubwürdig. Sie bedienten sich in den zum Preiswettbewerb eingereichten Berichten zur Formel 1-Affäre tatsächlich der journalistisch fragwürdigen Methoden, die sie nicht einmal den beiden ebenfalls preisbedachten Kollegen von Bild vorwarfen, sondern der Bild-Zeitung generell: Überschreitung legitimer journalistischer Methoden, Jagd auf und Verletzung der Würde von Menschen über die berichtet wird."

In seinem Brief an die Jury wirft Fischer die Frage auf, warum die Stern-Fact-Checking-Abteilung nicht die Beiträge überprüft habe. Dass wäre aber bei der schieren Masse an Bewerbungen um die bislang begehrten Auszeichnungen wohl nicht machbar. Interessant ist daher die Anregung von Fischler, die nominierten Beiträge mit Rechercheprotokoll ins Web zu stellen, damit "die interessierte Öffentlichkeit sich, wie in den USA schon üblich, am Fact-Checking beteiligen kann."

Bislang gibt es nach "Newsroom.de"-Informationen beim Henri Nannen Preis überhaupt kein Fact-Checking.

Weder die Preisstifter von Gruner+Jahr oder Stern wollten sich zu "Newsroom.de" zu den Vorwürfen äußern. Dem Rechercheur Fischer antwortete die HNP-Pressestelle lapidar: "Herr Osterkorn bat mich, Ihnen mitzuteilen, dass wir die Juryentscheidungen nicht kommentieren, da es sich um Entscheidungen der Jury und nicht der Stern-Chefredaktion handelt." Dabei war Osterkorn in diesem Jahr selbst Teil der Jury, hätte also die Fragen Fischlers beantworten können.

Andere Juroren, die "Newsroom.de" angesprochen hat, wollten sich ebenfalls nicht äußern. Und Helmut Markwort erholt sich noch von seiner Herzoperation. Folgende Medienmacher sind neben Focus-Herausgeber Markwort und Stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn Mitglied in der HNP-Jury 2012: Peter-Matthias Gaede (Chefredakteur Geo), Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur Die Zeit), Georg Mascolo (Chefredakteur Der Spiegel), Jan Eric Peters (Chefredakteur Die Welt-Gruppe), Ines Pohl (Chefredakteurin taz), Ulrich Reitz (Chefredakteur Westdeutsche Allgemeine Zeitung), Nils Minkmar (Ressortleiter Feuilleton Frankfurter Allgemeine Zeitung), Felix E. Müller (Chefredakteur NZZ am Sonntag), Richard David Precht (Autor) und Anja Reschke (Autorin und Moderatorin Panorama).

Von den drei Autoren der "Süddeutschen Zeitung" reagierte einzig Leyendecker auf die "Newsroom.de"-Anfrage - Hersch Fischler kenne er seit Jahren, dieser sei ein "rasender Verfolger". Auf die Vorwürfe wolle er aber nicht antworten.

"Newsroom.de" stellt die drei vorliegenden Fact-Checking-Dokumente zum kostenfreien Download auf www.newsroom.de zur öffentlichen Einsicht zur Verfügung.

Kontakt:

Johann Oberauer, Tel. 0043 664 2216643, E-Mail:
johann.oberauer@oberauer.com



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