Medienfachverlag Oberauer GmbH

European Newspaper Congress 2011: Wie Zeitungen einzigartig werden

Wien (ots) - Wien - Ein Gesamtüberblick über Zeitungstrends leitete die Präsentationen der Siegerzeitungen des European Newspaper Award ein, die auf dem 12. European Newspaper Congress in Wien noch noch bis morgen Dienstag vorgestellt und geehrt werden. Norbert Küpper, Mitorganisator des Kongresses und Spezialist für Zeitungstrends, zeigte, wie im Zeitalter von Tablets das "visual story telling" an Bedeutung gewinnt - selbstverständlich auch mit nachweisbaren Glanzleistungen in traditioneller Printform. Visualisierung spielt eine Rolle - selbst Melancholie lässt sich darstellen. Allerdings steckt dahinter nicht nur viel Kreativität, sondern enorme Anstrengung derer, die zeitgemäße Zeitungen machen.

Dänemarks "Politiken" erfüllt offenbar alle Anforderungen in beispielhafter Weise und wurde deshalb zu "Europas Tageszeitung des Jahres" erhoben. Design Editor Søren Nyeland und Design-Chef Frederik Storm führten vor, dass Visualisierung nicht nur Bilder benötigt, sondern auch Liebe zum Detail. Das geht bis hin zum Anführungszeichen, an dessen Vollendung die "Politiken"-Macher wochenlang getüftelt hatten. Die Reportage-Fotografie kann Höhepunkte erreichen, etwa auf einem Bild vom Erdbeben in Haiti, auf dem eine Hand aus den Trümmern ins Freie greift. "Die Leser werden zum Denken gebracht", sagt Nyeland, "wir nennen es visual thinking." Vor den irdischen Bedürfnissen des Moneymakings fürchtet sich die Zeitung nicht - da ist eine Titelseite mit Weihnachtsgeschenkartikeln samt Bezugsquellen und Preisangaben durchaus erlaubt.

Der journalistische Ehrgeiz wird eigenwillig definiert. "Wir wollen nicht die first mover, sondern die best mover sein." Oder in Abkehrung von der Technologieschwemme: "Wir sind kein Technologie-Unternehmen, sondern ein full scale news media." Auf Print-Ästhetik wird großes Augenmerk gelegt, das "newspaper feeling" soll auch im Internet erhalten bleiben.

"Wie Zeitungen einzigartig werden", präsentierte Francisco Amaral, Direktor von Cases i Associats in Barcelona. Er berät weltweit Medienhäuser und appelliert: Hinweg mit dem Journalismus von gestern! Seine Empfehlungen lesen sich einfach, sind aber offenbar nicht so leicht zu befolgen. Wichtig sei es zu wissen, für welches Publikum man schreibe. Das Informationsmedium müssen auf allen Plattformen "newsy" sein. Die Unternehmensziele würden nur erreicht, wenn eine talentierte Journalistengruppe zur Verfügung stehe, die schreibe, fotografiere und ständig entwickle. Die Redaktion müsse sich Zeit nehmen und sie optimal nützen - das gelinge allerdings nur in einem Newsroom, der in Planung und Ausstattung alle Stücke spiele. Wesentlich seien ferner "klare Werte" - auch darüber wird in der techologiebesessenen Debatte zu wenig nachgedacht.

Veranstalter des Kongresses sind der Medienfachverlag Oberauer und der deutsche Zeitungsdesigner Norbert Küpper. Mitveranstalter ist die Stadt Wien. Unterstützt wird der Kongress von der Tageszeitung "Die Presse", von Japan Tabacco International (JTI), der Bank Austria und der Vienna Insurance Group.

Der Kongress: www.newspaper-congress.eu

Kontakt:

Johann Oberauer 0043/664/2216643



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