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Discours Suisse - Fremdsprachenunterricht in der Primarschule - Tessin: Qualität des Unterrichts leidet unter zweiter Sprache - Extra

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    Lugano (sda/ots) Die Idee der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK), in der Primarschule mit dem Unterricht einer zweiten Fremdsprache zu beginnen, löst bei den Tessiner Lehrkräften wenig Begeisterung aus. Ein Lehrer erklärt seine skeptische Haltung.

    Der 52-jährige Giorgio, der seit 27 Jahren in Tesserete oberhalb von Lugano als Lehrer tätig ist, hat schon auf allen Primarstufen unterrichtet. In den letzten fünf Jahren hat er die selbe Klasse vom ersten bis zum fünften Schuljahr betreut.

    "Die Einführung einer zweiten Fremdsprache würde meiner Meinung nach die Qualität des ganzen Unterrichts beeinträchtigen. Das Tessin, das in Sachen Sprachunterricht eine spezielle Stellung hat, sollte den Status quo beibehalten."

    Risiko einer Qualitätseinbusse

    "Maestro Giorgio", wie ihn seine Schüler nennen, erklärt, welche Konsequenzen die Umsetzung des Vorschlages der EDK für das Tessin hätten: "Ab der 3. Klasse unterrichten wir vier Mal zwanzig Minuten Französisch pro Woche. Im Falle einer zweiten Fremdsprache müsste man zusätzliche Zeitfenster schaffen. Das könnte dazu führen, dass die Qualität des Unterrichts in anderen Fächern beeinträchtigt wird."

    Seit einigen Jahren hat der Lehrer bei den Schülern "eine gewisse Verlangsamung beim Lernen des Französisch" festgestellt. Zwar sei Französisch eine lateinische und mit dem Italienisch verwandte Sprache, aber das Schreiben und das Lesen sei für die Schüler nicht leicht.

    Kaum nationale Kohäsion

    Für die linguistische Zukunft der Schweiz sieht Giorgio nicht schwarz: "Es gab in diesem Bereich nie eine echte nationale Kohäsion." Als er vor einigen Jahren in Australien in den Ferien weilte, musste er sich dort mit einem Deutschschweizer auf Englisch unterhalten, weil dieser weder französisch noch italienisch sprach.

    Giorgio glaubt, dass Italienisch in der Schweiz weiterhin seinen Platz haben wird, "vielleicht nicht in der Primarschule, aber sicherlich auf der Oberstufe oder als Wahlfach". Der Vormarsch des Englischen sei nicht zu stoppen: "Vielleicht wird diese Sprache einmal das einzige Band zwischen den verschiedenen Sprachregionen unseres Landes sein."

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