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Cars-Online-Studie: Das Internet dominiert den Autokauf
Jeder Dritte kann sich einen Online-Kauf vorstellen
Gleichzeitig steigt die Bedeutung des Autohauses wieder

Zürich (ots) - Das Internet und digitale Technologien sind mit dem Autokauf inzwischen untrennbar verbunden. 94 Prozent aller Käufe starten mit einer Recherche im Internet. Rund ein Drittel (31 Prozent) der Autokäufer in entwickelten Märkten können sich sogar einen kompletten Kauf über das Netz vorstellen. In wachsenden Märkten wie China, Indien oder Brasilien ist es sogar knapp die Hälfte (48 Prozent). Dabei ist der Wert in den entwickelten Märkten über die letzten Jahre hinweg stabil, in den wachsenden Märkten nimmt er stetig ab. Für andere Bereiche liegt die Bedeutung des Internets als Verkaufskanal hingegen deutlich höher: 59 Prozent aller weltweit Befragten würden Autoteile online kaufen, bei Zubehör sind es zwei Drittel. Auch die sozialen Netzwerke, Foren und Blogs erobern ihren Platz im Entscheidungsprozess: weltweit beeinflussen positive Beiträge zu 69 Prozent und negative Beiträge zu 57 Prozent den Autokauf. Insgesamt gaben 71 Prozent der Studienteilnehmer an, dass User Generated Content wichtig bis sehr wichtig für ihre Entscheidung ist.

Die Studie Cars Online untersucht seit 1999 im jährlichen Abstand die Entwicklungen beim Autokauf. Für die Ausgabe 2013 wurden von Capgemini Consulting in den acht Kernmärkten Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Indien, Russland und USA über 8.000 Personen befragt, die je Land repräsentativ für potenzielle Autokäufer nach Alter und Geschlecht sind.

Verbindung von virtueller Welt mit persönlichem (Kauf-)Erlebnis

Parallel zum immer stärker digital orientierten Kauferlebnis stieg über die letzten Jahre hinweg die Bedeutung des Händlers als zentrale Anlaufstelle. Weltweit gaben 56 Prozent der Befragten an, dass Ihnen der Händler als Informationsquelle wichtig ist. In den entwickelten Märkten sind es aktuell 63 Prozent, 2010 lag der Wert noch bei 35 Prozent. "Händler und auch Hersteller haben es mit immer besser informierten Kunden zu tun, die mit einem kürzeren Kaufhorizont und der Erwartung einer durchgängig vernetzten Erlebniswelt vom Smartphone bis zum Showroom auftreten. Gleichzeitig spielen die Händler immer noch eine zentrale Rolle im Kaufprozess", so Markus Winkler, Leiter des Automobilbereichs bei Capgemini Consulting. Bei den markengebundenen Informationsangeboten, also den Websites der Hersteller, rangieren der Autokonfigurator, direkte Angebotsvergleiche und ein Preiskalkulator ganz oben auf der Wunschliste der Kunden. Die Möglichkeit, eine Testfahrt zu buchen fällt insbesondere bei den Befragten aus Deutschland ins Gewicht - 22 Prozent legen auf dieses Feature Wert.

Die verschiedenen Informationskanäle stellen Brücken zum Handel dar, die gemeinsam mit den Herstellern entsprechend gestaltet werden müssen. Denn zum Zeitpunkt des ersten Kontakts mit einem Händler haben vier von fünf Interessenten noch keine Entscheidung für ein bestimmtes Modell getroffen. "Die Händler haben von da an ein Zeitfenster von bis zu zirka zwei Monaten, das bisherige Online- Kauferlebnis zu einer Unterschrift unter den Kaufvertrag zu bringen. Und die Erwartung geht dahin, die Technik oder die Features, die der Kunde aus dem Internet oder auch von seinem Smartphone her kennt, auch beim Händler vorzufinden", so Winkler. Händler können nach wie vor über die Testfahrt, die Präsentation des realen Fahrzeugs oder die persönliche Preisverhandlung punkten. Um den Nutzern jedoch ein durchgängiges Erlebnis vom Web zum Showroom bieten zu können, müssen diese "klassischen" Faktoren ergänzt werden. Zu den von den Studienteilnehmern favorisierten Präsentationsformen gehören Touch Screens, 3D/4D-Konfiguratoren oder die Möglichkeit, virtuelle Testfahrten durchführen zu können. Vor allem die Befragten der wachsenden Märkte sind offen für digitale interaktive Angebote auf den Verkaufsflächen.

Apps im Auto - hohe Bereitschaft zum Datenaustausch

Nicht nur der Kaufprozess ist immer stärker durch die Digitalisierung geprägt, der Wandel findet auch bei der Ausstattung der Fahrzeuge statt. Bei den präferierten Applikationen, die per Internet die Verbindung zwischen Auto und Umgebung halten, zählen die meisten zu den Kategorien "Sicherheit", "Fahrverhalten", "Diagnose/Kundendienst" und "Infotainment"; wobei die Nachfrage in den wachsenden Märkten deutlich höher als in den entwickelten Märkten ist. Dabei sind die Autofahrer durchaus bereit, Daten mit den Automobilherstellern oder ihrem Händler zu teilen (73 Prozent weltweit). In der Regel ist die Bereitschaft aber an einen Anreiz gekoppelt oder der Datenaustausch müsste anonymisiert geschehen.

Bei den Smartphone-Apps, die rund um das Auto zum Einsatz kommen könnten, gehören unter anderem die Lokalisierung eines gestohlenen Kfz (Entwickelte Märkte 76 Prozent, Wachstumsmärkte 89 Prozent), ein Service-Erinnerer (68 Prozent bzw. 84 Prozent) sowie Pannenhilfe (68 Prozent bzw. 81 Prozent) und Nachrichten vom Hersteller (64 Prozent bzw. 82 Prozent) zu den Favoriten.

"Die Automobilbranche wird durch die zunehmende Digitalisierung herausgefordert. Die Erwartungen der Kunden gehen klar in Richtung einer nahtlosen Integration von virtueller und realer Welt - und es sind die Kunden, die die Innovationsgeschwindigkeit bestimmen", so das Fazit von Markus Winkler von Capgemini Consulting.

Die vollständige Studie Cars Online 2013 steht als PDF zum Download  
bereit:
http://www.ch.capgemini.com/insights/publikationen/cars-online-13/ 

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