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Schweizer Illustrierte - Bundesratswahl-Analyse von FDP-Urgestein Franz Steinegger: "Wer den Kopf zu hoch trägt, der wird geköpft"

    Zürich (ots) - Analysen zur Bundesratswahl von vergangener Woche gab es einige. Einer teilt nun aber ganz besonders scharf aus: das Urner FDP-Urgestein Franz Steinegger, 64. Blochers Abwahl sei die Reaktion auf den erpresserischen Druck der SVP "Entweder Blocher oder keiner", erklärt er in der neuen Schweizer Illustrierten. "Das Parlament reagiert allergisch auf Druck und Drohungen", so Steinegger. Und: "Das Parlament wählt nun mal die Bundesräte, nicht die SVP". Steinegger wird sogar noch deutlicher: "Den Vorgang, dass sich ein politischer Führer hin stellt und sich beim Volk durch Wahlen eine pebliszitäre Legitimation abholen will, ist ja nicht ganz neu." Blocher sei kein überdurchschnittlicher Bundesrat gewesen, aber "ein ganz leidlicher", so findet der ehemalige FDP-Präsident Schweiz (1989 - 2001). "Blocher hatte eine geradezu missionarische Seite. Als ob es sein göttlicher Auftrag wäre, Politik zu machen. Das wurde von seinen Anhängern, die teilweise ja ein geradezu religiöses Verhältnis zu ihm pflegten, genährt", so Steinegger gegenüber der SI. Und auf die Frage, ob es starke Persönlichkeiten in der Schweizer Politik generell schwieriger hätten: "Das ist wohl so, ja. Wer den Kopf zu hoch trägt, wird irgendwann geköpft."

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