KV Schweiz

KV-LehrabgängerInnen-Umfrage 2006: Viele Übergangslösungen auch nach der Lehre

    Zürich (ots) - Die Umfrage des Kaufmännischen Verbandes Schweiz unter den KV-Absolvent/innen 2006 zeigt: Erst knapp die Hälfte der Berufseinsteiger/innen verfügte im September 2006 über ein unbefristetes Anstellungsverhältnis. Fast ebenso viele KV-Lehrabgänger/innen befanden sich in einer Übergangslösung. Auch nach Lehrabschluss spielen die Lehrbetriebe eine zentrale Rolle für die Berufsperspektiven der Jugend. Für diese Verantwortung gebührt ihnen Dank und Anerkennung. Gleichzeitig fordert der Verband die übrigen Unternehmen auf, sich ebenfalls an der Integration der Jugend in die Arbeitswelt zu beteiligen und den Lehrabgänger/innen Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg zu eröffnen.

    Seit Jahren zeugt eine überproportionale Arbeitslosenquote der 20- bis 24-Jährigen davon, dass der Ubergang von der Lehre in den Beruf brüchiger geworden ist. Selbst ein guter Lehrabschluss bedeutet nicht mehr automatisch auch Erfolg auf dem Arbeitsmarkt. Die Umfrage des Kaufmännischen Verbandes Schweiz unter rund 1'700 KV-Lehrabgänger/innen macht deutlich, dass die Situation auch im September 2006 nach wie vor angespannt ist:

    - Gemischte Erfolgsbilanz: Nur für knapp die Hälfte der Befragten verläuft der Laufbahnstart als (vergleichsweise) müheloser Schritt von der Lehre in den ersten "richtigen" Arbeitsvertrag. Fast gleich viele Berufseinsteiger/innen befinden sich dagegen noch in Übergangssituationen. Diese reichen von befristeten Arbeitsverhältnissen über Praktika bis zur Erwerbslosigkeit - mit einem klaren Übergewicht der ersten Kategorie: Insgesamt fast ein Drittel von allen Befragten (oder knapp 40% der Erwerbstätigen) arbeitet befristet, die meisten davon in ihrem Lehrbetrieb.

    - Zentrale Rolle der Lehrbetriebe: Auch nach dem Ende der Lehrverhältnisse sind die Lehrbetriebe für die Chance auf einen erfolgreichen Berufseinstieg entscheidend: Mehr als die Hälfte aller Lehrabgänger/innen (annähernd drei Viertel aller Erwerbstätigen) ist weiterhin im Lehrbetrieb beschäftigt, nicht einmal ein Viertel dagegen hat einen Arbeitsvertrag mit einem neuen Arbeitgeber abgeschlossen.

    - Lohndiskriminierung: Schon zu Beginn der Berufslaufbahn zeichnen sich deutliche Lohnungleichheiten zwischen den Geschlechtern ab. Dieser Befund muss zu denken geben und weist auf einen klaren Nachholbedarf in Sachen Gleichstellung hin.

    - Absagen: Weitaus am häufigsten hören die jungen Berufsleute: zu jung / zu wenig Erfahrung. Das betrifft wie schon bei der ersten Erhebung im Mai 2006 vier von fünf Absagen. Entscheidend für die Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit wird nun sein, ob die (potentiellen) Arbeitgeber/innen die in befristeten Beschäftigungen zusätzlich geleistete Zeit als jene Erfahrung anerkennen, die sie den Lehrabgänger/innen noch wenige Monate zuvor abgesprochen haben. Oder ob sich diese Begründung als blosse Standardformel erweist.

    Anlässlich der Veröffentlichung des Zwischenberichts zu dieser Umfrage im Juli 2006 hatte der Kaufmännische Verband Schweiz die Lehrbetriebe aufgefordert, ihren Lehrabgänger/innen wo immer möglich eine (auch befristete) Weiterbeschäftigung anzubieten. Nicht einmal die Hälfte der damals rund 4'800 Befragten hatte nämlich bereits eine berufliche Perspektive für die Zeit nach der Lehre.

    Der Verband freut sich über die gute Beachtung dieses Aufrufs: Sehr viele Lehrbetriebe nehmen ihre Verantwortung gegenüber dem Berufsnachwuchs auch über das Ende der Ausbildungszeit hinaus wahr und geben den jungen Arbeitnehmer/innen Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu beweisen und sich zusätzliche Erfahrung anzueignen. Dafür gebührt diesen Betrieben Dank und Anerkennung.

    Gleichzeitig fordert der Verband die übrigen Unternehmen auf, sich ebenfalls für den Einstieg des Berufsnachwuchses zu engagieren und der nach wie vor überproportional hohen Jugendarbeitslosigkeit die Stirn zu bieten. Gerade Unternehmen ohne eigenes Lehrstellenangebot stehen hier stark in der Pflicht. Wenn sie schon keinen Beitrag an die Ausbildung leisten, sollten sie sich wenigstens hier an der Verantwortung für die berufliche Integration der Jugend in die Arbeitswelt beteiligen. Diese Unternehmen sind ganz besonders aufgefordert, der jungen Generation nach Lehrabschluss die Chance auf einen erfolgreichen Berufseinsteig zu eröffnen.

    Der vollständige Bericht und eine Kurzfassung sind auf www.kvjugend.ch aufgeschaltet.

ots Originaltext: KV Schweiz
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Ralf Margreiter
Leiter Ressort Jugend
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