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Aktionsplan Pflanzenschutzmittel: Nutzen des Pflanzenschutzes stärker betonen und gute Praxis zum Schutz der Gewässer auf Betriebsebene fördern

Zürich (ots) - Heute verabschiedete der Bundesrat den Aktionsplan zur Risikominimierung und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Die Schweizer Agrarindustrie weist auf zahlreiche Mängel hin, welche auch nach der Vernehmlassung nicht behoben wurden.

Die Schweizer Agrarindustrie kritisiert, dass der gesamte Aktionsplan den Nutzen des Pflanzenschutzes nicht genügend berücksichtigt. Der Plan müsste darlegen, wie regulatorische Rahmenbedingungen zu gestalten sind, um die notwendige Wirkstoffvielfalt für unsere Landwirtschaft zu erhalten: Ohne diese entsprechende Auswahl droht Resistenzbildung.

Auch Zielkonflikte werden leider oft ausgeblendet. Dem Ziel einer ressourceneffizienten Produktion ist Rechnung zu tragen: So führt zum Beispiel eine zu weitgehende Extensivierung zu geringerer Flächenproduktivität, bei der die Emissionen von Treibhausgasen je Ertragseinheit steigen. Auch die zusätzliche Mechanisierung beim Verzicht auf Pflanzenschutzmittel bedeuten Mehrkosten für die Landwirte bei gleichzeitiger Verschlechterung der Energie- wie CO2-Bilanz im Anbau.

Zahlreiche eingereichte Fragen und Vorstösse seitens des Parlamentes thematisieren den Verbesserungsbedarf und auch die Art und Weise, wie der Plan erstellt wurde. Anna Bozzi, Dossierverantwortliche Agrar bei scienceindustries, sagt: «Der Aktionsplan wurde ohne Einbezug des Parlamentes erstellt. Das ist weder ein demokratisches noch ein sachgerechtes Vorgehen. Auch inhaltlich gibt es Mängel: So wird der risikobasierte Ansatz nicht konsequent angewendet». Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln "mit besonderem Risikopotenzial" soll zum Beispiel um 30 Prozent reduziert werden. Die genauen Hintergründe dieser Zielformulierung sowie deren Effektivität bleiben allerdings noch unklar. Eine strukturierte Regulierungsfolgenabschätzung und eine Analyse der Auswirkungen der vorgeschlagenen Massnahmen auf die Risikoreduktion sowie auf die landwirtschaftliche Inlandsproduktivität sollen vor der Umsetzung des Aktionsplans vorliegen, fordert die Agrarindustrie.

So geht's: Gewässerschutz durch Unterstützung der guten fachlichen Praxis mit der Initiative TOPPS...

Gewässerschutz ist ein zentraler Teil des Aktionsplans. Er verfolgt sehr ambitionierte Ziele: Bis 2026 sollen die Anzahl Abschnitte des Schweizer Fliessgewässernetzes mit Überschreitungen der numerischen Anforderungen an die Wasserqualität sowie das Risikopotenzial für aquatische Organismen um 50 % reduziert werden. Unklar bleibt, wie die Zielerreichung gemessen wird. Die Agrarindustrie unterstützt das Ziel, Kontaminationen von Oberflächengewässern kontinuierlich zu verringern und trägt mit der Initiative TOPPS aktiv dazu bei, gute Praxis zum Schutz der Gewässer auf Betriebsebene umzusetzen.

...und mit der Verhaltenscharta der Industriegruppe Agrar

Mit ihrer Verhaltenscharta verpflichtet sich die Schweizer Agrarindustrie zur sicheren Herstellung und zum nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Sie trägt mit Forschungsinvestitionen sowie mit Produkt- und Prozessinnovationen zur Lösung landwirtschaftlicher Herausforderungen und zur ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit bei. Die Beratung zur sachgerechten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist ein zentraler Teil der Arbeit, welche alle Firmen leisten: Dabei rückt die Industrie die Gesundheit der Pflanzen sowie die Sicherung und die Qualität des Ernteguts unter Berücksichtigung des Umweltschutzes in den Vordergrund. Die Verhaltenscharta der Industriegruppe Agrar finden Sie unter: www.agrar-industrie.ch.

Kontakt:

Marcel Sennhauser, Leiter Kommunikation
marcel.sennhauser@scienceindustries.ch, Tel. +41 44 368 17 44

Anna Bozzi, Dossierverantwortliche
anna.bozzi@scienceindustries.ch, Tel. +41 44 368 17 64



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