scienceindustries

Generalversammlung scienceindustries 2016 - Wo die grösste Exportindustrie nach dem Währungsschock hin will

Zürich (ots) - Chemie Pharma Biotech hat als grösste Exportindustrie der Schweiz den Währungsschock dank aussergewöhnlichen Innovationsleistungen bislang vergleichsweise gut gemeistert. Privatwirtschaftliche Investitionen in Forschung und Entwicklung werden aber in der Schweiz nur dann weiterhin getätigt, wenn der Staat über lange Zeit voraussehbare, möglichst innovationsfreundliche und stabile Rahmenbedingungen sicherstellt. Die Schweizer Wirtschaftspolitik muss sich deshalb auf generelle Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen und der kostenseitigen Entlastung der Forschungs- und Exportindustrie fokussieren.

An der 134. Generalversammlung des Wirtschaftsverbandes scienceindustries bei Roche Diagnostics International AG in Rotkreuz ZG hält der Präsident Gottlieb Keller fest, dass die Mehrheit der Mitgliedunternehmen den Währungsschock bislang vergleichsweise gut gemeistert hat. Dies ist auf die Innovationsleistung der in der Schweiz ansässigen Unternehmen zurück zu führen. "Chemie Pharma Biotech setzt seit Jahrzehnten konsequent auf Forschung und Entwicklung und dies auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten", sagt Gottlieb Keller überzeugt.

Substanzielle privatwirtschaftliche Investitionen in Forschung und Entwicklung werden aber weiterhin nur in der Schweiz getätigt, wenn die Unternehmen ihr gesellschaftliches Umfeld über einen längeren Zeitraum einigermassen zuverlässig überblicken und einschätzen können. Deshalb sollte der Staat langfristige, voraussehbare, möglichst innovationsfreundliche und stabile Rahmenbedingungen anbieten. scienceindustries fordert dazu von der Politik die konsequente Fortsetzung ihres dreiteiligen Massnahmenpakets:

Erstens sind strategisch wichtige Reformen vorzuziehen und so den Unternehmen eine höhere Planungssicherheit zu geben. Auch wenn eine konkrete Lösung zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative noch nicht absehbar ist, hat die Wirtschaft klar gemacht, dass der Erhalt der bilateralen Verträge für sie zentral ist. Gottlieb Keller betont, dass "eine Kündigung des Personenfreizügigkeitsabkommen durch die Schweiz ebenso wenig in Frage kommen kann wie zusätzliche flankierende Massnahmen im hiesigen Arbeitsmarkt." Für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Wirtschaft ist nach Ansicht von Keller zudem "eine Priorisierung des Bereichs Bildung, Forschung und Innovation absolut notwendig, was ausreichende finanzielle Mittel der öffentlichen Hand voraussetzt."

Bei der Unternehmenssteuerreform III geht es nicht um eine generelle Senkung der Unternehmenssteuern, sondern darum, international verpönte Steuerpraktiken der Holdingsbesteuerung durch akzeptable Instrumente wie beispielsweise eine Patentbox oder Abzüge für Forschung und Entwicklung zu ersetzen. Gottlieb Keller argumentiert beim Freihandelsabkommen mit Indien mit Nachdruck, dass "ein Abkommen, das den Import von patentgeschützten Waren nicht ausdrücklich als Ausübung des Patentes anerkennt, von der grössten Exportindustrie der Schweiz abgelehnt und bekämpft würde. Denn ein solches Abkommen würde es Indien ermöglichen, die lokale Produktion in Indien zu erzwingen und damit den Grundsätzen des Freihandels klar zuwiderlaufen."

Zweitens verlangt scienceindustries, dass auf anstehende kostenträchtige Regulierungsvorhaben entweder ganz verzichtet oder deren Umsetzung vereinfacht wird oder erst später erfolgen soll. Als Beispiel nennt Keller die Energiestrategie 2050, die aber trotz deren planwirtschaftlichen Fehlern wohl vom Parlament in diesem Herbst verabschiedet wird. Bei der "Grünen Wirtschaft" arbeitet scienceindustries darauf hin, dass das Stimmvolk die Volksinitiative im Herbst ablehnt.

Drittens fordert scienceindustries eine ganze Reihe von bestehenden Vorschriften zu vereinfachen oder ganz abzuschaffen. Darunter fallen Vereinfachungen bei der Mehrwertsteuer und bei der Vertrauensarbeitszeit oder die Aufhebung der VOC-Abgabe.

Gottlieb Keller schliesst in seiner Präsidialrede, dass "die Bilanz des Erreichten und Verpassten durchzogen ausfällt. Auch wenn die Politik wichtige Anliegen der Industrie aufgenommen habe, sind weitere Fortschritte notwendig, damit die Wirtschaft gemeinsam mit der Politik die Verantwortung für die Schweiz als weltweit exzellenter Forschungs-, Wissenschafts- und Industriestandort in der Schweiz weiterhin wahrnehmen kann."

Die Generalversammlung wählte Peter A. Gehler, Mitglied des Verwaltungsrates, Siegfried AG, Christoph Goppelsroeder, President & CEO, DSM Nutritional Products AG, und Richard Ridinger, CEO Lonza AG, neu in den Vorstand von scienceindustries.

Integrale Präsidialrede und Foto von Herrn Gottlieb Keller sowie Fotos der neugewählten Vorstandsmitglieder unter: www.scienceindustries.ch/medien/medienmitteilungen

Kontakt:

Marcel Sennhauser, Leiter Kommunikation, 
marcel.sennhauser@scienceindustries.ch, Tel. +41 44 368 17 44,
#scienceindustries


Weitere Meldungen: scienceindustries

Das könnte Sie auch interessieren: