FHNW - Fachhochschule Nordwestschweiz

Förderung von sozialer und beruflicher Integration: Tagung "Eingliederungsmanagement - Neue Wege in der (betrieblichen) Sozialen Arbeit?" an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

    Olten (ots) - 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der internationalen Tagung "Eingliederungsmanagement - Neue Wege in der (betrieblichen) Sozialen Arbeit?" diskutierten am Freitag, 23. November 2007, an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW in Olten über Perspektiven des Handlungsansatzes Eingliederungsmanagement für die Soziale Arbeit. Im Mittelpunkt standen konkrete Fall- und Praxisbeispiele, wie sie in der Schweiz unter anderem in Unternehmen und öffentlicher Verwaltung entstanden sind.

    National und international findet der Handlungsansatz des Eingliederungsmanagements in der Beschäftigungsförderung zunehmend Anwendung. Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung geht es dabei vor allem um die Wiedereingliederung von erkrankten und verunfallten Beschäftigten im Unternehmen. Bei Menschen mit Behinderung und bei Angehörigen von benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen, etwa ältere Beschäftigte und Menschen mit Migrationshintergrund, wird hingegen das Ziel verfolgt, deren Bemühungen um gesellschaftliche Teilhabe und Erwerbstätigkeit zu fördern. Für Dr. Thomas Geisen von der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW kann das Ziel Eingliederung jedoch nur dann erreicht werden, wenn es gelingt, vorhandene individuelle und soziale Ressourcen über einen strukturierten Prozess zu erschliessen und zu bündeln. Im Eingliederungsmanagement werden hierzu unter anderem Case Management- und Coaching-Ansätze angewendet.

    Leistungen der Sozialversicherungen

    Die Zusammenarbeit mit den Sozialversicherungsträgern ist für das Eingliederungsmanagement von zentraler Bedeutung. Insbesondere die Invalidenversicherung ist ein wichtiger Akteur, unterstreicht Rechtsanwalt Hans Schmidt von der Rehafirst AG. Mit Instrumenten der berufliche Vorsorge und neu über die Massnahmen der Früherkennung und Frühförderung, wie sie im Rahmen der 5. Revision der Invalidenversicherung verabschiedet wurden, können Beschäftigte und Unternehmen besser unterstützt werden. Für Schmidt stellen sich im Zusammenhang mit der 5. IV-Revision aber neu Probleme hinsichtlich eines möglichen Verlustes von Leistungsansprüchen für spezifische Anspruchsgruppen wie chronisch und psychisch Kranke.

    Förderung der Selbstbefähigung

    Während das Eingliederungsmanagement in der Schweiz erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, verweist Prof. Dr. Henry Harder von der kanadischen University of Northern British Columbia auf die unter anderem in Kanada, den USA und Australien erzielten Erfolge. Jenseits der spezifischen sozialen und kulturellen Kontexte habe es sich inzwischen jedoch längst als ein für die modernen Gesellschaften notwendiger Handlungsansatz in der Sozialen Arbeit etabliert. Hierdurch könne eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte, effektive und effiziente Unterstützung von Menschen in sozialen Notlagen erreicht werden. Prof. Dr. Daniel Gredig von der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass ein Rechtsanspruch auf Leistungen der Sozialversicherung in sozialen Notlagen allein nicht ausreiche. Vielmehr müsse bei den Betroffenen auch die Information vorhanden sein, um die Leistungen einzufordern. Angesichts der Komplexität des sozialen Sicherungssystems sei dies für viele Betroffene zunehmend problematisch. Eingliederungsmanagement könne hier nicht nur dazu beitragen, dass Leistungsansprüche adäquat artikuliert und eingefordert werden. Vielmehr werde auch die Selbstbefähigung der Betroffenen gefördert. Für die Soziale Arbeit stelle der Handlungsansatz des Eingliederungsmanagements daher eine wichtige Ergänzung und Erweiterung ihres Handlungsspektrums dar.

    Neue Ansätze

    Im Hinblick auf die Sozialversicherungsträger ist Eingliederungsmanagement auch unter sozialpolitischer Perspektive von Bedeutung. Denn eine möglichst frühe, an den konkreten Bedürfnissen der Betroffenen orientierte Unterstützung kann in vielen Fällen dazu beitragen, eine dauerhafte Abhängigkeit von den Systemen der sozialen Sicherheit zu verhindern. Im Rahmen der Tagung wurde daher auch über "supported employment" und "Sozialfirmen" als neue Ansätze in der Förderung und Unterstützung von sozial Benachteiligten diskutiert. Nach einer sehr erfolgreichen Tagung der Hochschule zum Thema Sozialfirmen wurde im Mai 2007 die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Sozialfirmen von engagierten Initiantinnen und Initianten an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW gegründet (www.swisssocialfirms.ch).

    In den thematischen Feldern Eingliederungsmanagement, Absenzenmanagement, Gesundheitsförderung und Coaching bietet die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW zahlreiche Weiterbildungen an (www.fhnw.ch/sozialearbeit/weiterbildung) und führt diverse Forschungsprojekte durch (www.fhnw.ch/sozialearbeit/forschung-und-entwicklung).

ots Originaltext: FHNW - Fachhochschule Nordwestschweiz
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Kontakt:
Dr. Thomas Geisen
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Integration und
Partizipation
der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
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Mobile: +41/79/554'61'17
E-Mail: thomas.geisen@fhnw.ch

Christina Beglinger
Leiterin Marketing & Kommunikation
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